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Der Handball-Rekordmeister THW Kiel geht durch eine der schlechtesten Phasen der letzten Jahre. Gegen den Abstiegskandidaten HSG Wetzlar war der THW über weite Strecken chancenlos und verlor auch in der Höhe verdient mit 25:33. Nach dem Spiel übernahm Trainer Filip Jícha (44) die Verantwortung für die Misere.

Foto: BILD
Der THW Kiel steckt in einer echten Krise. Auch beim 25:33 gegen den HSG Wetzlar, der als Siebzehnter ins Spiel am Samstag ging, wurden etliche Schwachstellen sichtbar. Eine Acht-Tore-Pleite gegen einen Abstiegskandidaten sollte für den Rekordmeister eigentlich eine echte Blamage sein, kam jedoch nicht mal komplett überraschend. Wahrscheinlich verdeutlicht dies die desolate Situation umso mehr. „Wir gehen durch eine heftige Phase, für die es Gründe gibt“, so THW-Trainer Filip Jícha nach dem Spiel bei Dyn. „Manche sind unglaublich verunsichert mit ihrer Rolle, jetzt, wo wir jeden dritten Tag performen müssen. Das ist nicht einfach für sie.“ Jícha muss zwar auf mehrere Stammkräfte verzichten, doch beim HSG reichte es hinten und vorne nicht. „Wir Coaches müssen vorneweg gehen“, fasst sich Jícha an die eigene Nase. „Wir wussten, dass es heute in unserer Situation ein unfassbar schwieriges Spiel wird. 14 technische Fehler sind aber eine Hypothek, mit der du kein Bundesligaspiel gewinnst. Wir hatten einfache Ballverluste und der 0:8-Lauf hat uns das Genick gebrochen. Wir laufen nicht zurück und sind baff über die einfachen Ballverluste.“
Handball-Bundesliga: THW Kiel nach Wetzlar-Pleite am Boden
Vier Spieltage vor Schluss hat der THW den Anschluss an die Champions-League-Ränge längst verloren, dümpelt nur auf Platz fünf rum. Jícha, der mit dem THW als Spieler sieben und als Trainer schon drei Meisterschaften feiern konnte, ist sich des Ausmaßes der Lage bewusst und übernimmt Verantwortung: „Ich habe jede Menge schwierige Phasen im Handball durchgemacht, aber auch viele schöne Momente erlebt. Wo es schöne Momente gibt, muss man auch etwas leiden. Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir leiden. Ich stelle mich vor die Jungs, manche von ihnen kämpfen bis zum umfallen. Wir haben Pläne und Träume, aber die müssen wir uns hart erarbeiten. Jetzt müssen wir die bittere Pille runterschlucken – es ist eine der schwierigsten Phasen, die ich mit diesem Verein erlebt habe.“
Kiels letzte Hoffnung ist die European League
Es wird offensichtlich: Neben den bitteren Ausfällen der Rückraum-Stammkräfte Elias Skipagøtu (23), Emil Madsen (25) und Eric Johansson (25) plagen den THW auch tieferliegende Probleme: „Der Sport ist schnelllebig“, so Jícha. „Wir hatten eine super erfolgreiche Zeit mit drei Meistertiteln in vier Jahren. Wir mussten dann aber mit dem Umbruch beginnen. Das ist mit dem einen oder anderen etwas schwieriger, aber diese Spieler muss man mit Respekt behandeln. Meine Aufgabe ist es, sich vor die Jungs zu stellen und die Verantwortung zu übernehmen. Uns allen geht es darum, dass es dem Verein gut geht. Die aktuelle Phase ist emotional und tut uns allen weh.“ Die letzte Hoffnung heißt European League. Nur über den Titel dort könnte es noch für die Champions League reichen. Am Dienstag (20.45 Uhr/Dyn) steht das Viertelfinal-Rückspiel gegen Nasice an – der THW muss zuhause einen Drei-Tore-Rückstand (30:33) aufholen.