Leben in der Schallschutzbox

Der Teenager leidet an ME/CFS. Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom ist eine sogenannte Multisystemerkrankung, ausgelöst durch Viren. Nerven entzünden sich, die Betroffenen haben Schmerzen, sind erschöpft und überempfindlich. Bei Leander war es vermutlich eine Corona-Infektion, die ME/CFS auslöste. Bis zu seinem Zusammenbruch war der Junge sportlich sehr aktiv. Er war erfolgreich im Radrennsport und bei den „Weimarer Löwen“ aktiv.

So ist er auch mit unserer Nachbarin zusammengekommen. Die beiden haben sich noch nie gesehen, tauschen sich aber regelmäßig aus.

Lilli Hallman

Kontakt zu Familie und Freunden hält er über Briefe und Zettel. „So ist er auch mit unserer Nachbarin zusammengekommen. Die beiden haben sich noch nie gesehen, tauschen sich aber regelmäßig aus.“

 Zeichnen selbst beigebracht

Lilli Hallmann ist froh, dass dieser Kontakt zustande kam. Die Nachbarin, selbst Künstlerin, hat Leander mit Fachliteratur versorgt. „Ich habe ihm Bücher über Techniken in der Kunst und beim Zeichnen zur Verfügung gestellt. Er hat sich alles selbst beigebracht und wollte nur ab und an eine Rückmeldung von mir“, berichtet die Nachbarin. Innerhalb weniger Monate hat Leander unglaubliche Fortschritte gemacht.

Er hat schon immer gezeichnet. Vor allem Comics – aber in dieser Dimension. Das hat auch mich überrascht

Lilli Halman

„Er hat schon immer gezeichnet. Vor allem Comics – aber in dieser Dimension. Das hat auch mich überrascht“, so Mama Lilli. Sie hat Leander mit Fotos versorgt, die er in Teilen abgezeichnet hat. Zusammengesetzt ergeben sie großformatige, beeindruckende Bilder. „Er wollte Rennfahrer, Radsportler und andere Idole zeichnen.

Alte Menschen interessieren ihn auch. Wenn Leander etwas anfängt, dann kniet er sich rein. Das hat er immer schon gemacht.“ Inzwischen sind Dutzende Bilder zusammengekommen.

Ein Hallo an alle, die ihn nicht vergessen haben

Leander wollte, dass ich sie öffentlich zeige. Es ist seine Art, Hallo und Danke zu sagen“, so Lilli Hallmann. Leander bedankt sich bei den Menschen, die an ihn denken – ihn auch drei Jahre nach seinem „Verschwinden“ nicht vergessen.

Es sind viele Wegbegleiter zur Ausstellungseröffnung gekommen: Familie, Freunde und Sportkameraden. Der Ausstellungsraum war gut gefüllt. Die Werke von Leander Hallmann sind bis Ende Mai im Weimarer Kulturschaufenster zu sehen. Der Raum ist montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.