
AUDIO: St. Pauli unterliegt Mainz 05 zu Hause und muss zittern (1 Min)
Bundesliga
Stand: 03.05.2026 21:46 Uhr
Fußball-Bundesligist FC St. Pauli hat am Sonntag am Millerntor mit dem 1:2 (0:2) gegen den 1. FSV Mainz 05 seine 18. Saisonniederlage kassiert. Die Kiezkicker spielten lange wie ein Absteiger – den Ausgleich hätten sie nicht verdient gehabt.
Haben alle Kiezkicker verstanden, was auf dem Spiel steht? Über weite Strecken des Bundesliga-Spiels sah es nicht so aus. Wie schon in Heidenheim (0:2), als St. Pauli in der dritten Minute in Rückstand geraten war, mussten die Hamburger auch gegen Mainz früh einem 0:1 (6.) hinterherlaufen. Phillip Tietz traf zum 1:0. Phillipp Mwene (40.) legte nach.

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In der Folge hätte es auch 4:0 für die Gäste stehen können, aber Abdoulie Ceesay traf schließlich zum 1:2 (87.) für das Team von Trainer Alexander Blessin. So kam noch mal Spannung auf. Es blieb allerdings bei der bitteren, aber insgesamt verdienten Niederlage.
Während Mainz auch letzte Zweifel am Klassenerhalt beseitigte, ist St. Paulis Abstiegsgefahr – nach nun acht Spielen ohne Sieg – noch mal größer geworden. Der VfL Wolfsburg holte am Abend einen Punkt in Freiburg (1:1) und zog in der Tabelle vorbei. Die Hamburger stehen jetzt auf einem direkten Abstiegsplatz.
Wahl: „Zeigen, dass wir eine Mannschaft sind“
„Nach dem 0:1 war ein Bruch im Spiel. Wir hatten nie wirklich Zugriff auf den Gegner und nie Druck auf den Ball“, beschrieb Abwehrchef Hauke Wahl, der das auch mit fehlendem Selbstvertrauen erklärte. „Aber wir haben noch zwei Spiele. Das ist das, was Mut macht. Es wird natürlich nicht einfacher, aber wir können jetzt erst recht zeigen, dass wir eine Mannschaft sind.“
St. Pauli nutzt Chancen nicht, Mainz eiskalt
St. Pauli war eigentlich gut in die Partie gekommen. Nach vier Minuten waren schon zwei dicke Chancen notiert – bei zwei aufeinanderfolgenden Ecken kam erst Hauke Wahl zum Abschluss, danach Tomoya Ando zum Kopfball.
Doch es war einmal mehr ein grober Schnitzer, der die Hausherren zwei Minuten später in Rückstand brachte. Wahl und Eric Smith vertendelten im Pressing des Gegners den Ball im Spielaufbau und Mainz schaltete blitzschnell um. Sheraldo Becker legte mit seinem ersten Kontakt vor dem Strafraum quer – und Tietz schloss ebenso direkt ab. Keine Chance für Nikola Vasilj – 1:0 für Mainz.
Nach dem 0:1 kommt nichts mehr
Das Tor war ein Stimmungskiller – auf dem Rasen und auf den Rängen. St. Pauli war der Schock deutlich anzumerken. Mainz übernahm die Kontrolle und strahlte immer Gefahr aus. Von den Hausherren kam kaum noch etwas.

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Und das 2:0 war nicht nur richtig herausgespielt, sondern auch verdient. Diesmal leitete Tietz mit seinem Pass auf den durchgestarteten Silvan Widmer ein. Der Schweizer Kapitän ging auf rechts bis zur Grundlinie durch und legte dann vor den Fünfer zurück. Mwene musste nur noch einschieben – es war sein erster Saisontreffer (40.).
Vasilj bewahrt St. Pauli vor höherem Rückstand…
Blessin stellte nach der Pause um – ohne allerdings darauf zu verzichten, ein offensives Zeichen zu setzen. Vielmehr hatten es die Hausherren einzig Torhüter Vasilj zu verdanken, dass es nicht schon bald 0:3 oder 0:4 stand. Der Bosnier parierte erst gegen Nadiem Amiri (48.) und dann auch noch mit einer Fußabwehr im Stile eines Handballkeepers gegen Becker (52.).
Noch höher ging es zwölf Minuten später vor Vasiljs Tor zu. Tietz‘ Kopfball landete am Lattenkreuz. Beim Nachschuss von Mwene war der Schlussmann schon geschlagen, aber Joker Adam Dzwigala verhinderte auf der Torlinie mit dem Bauch das 0:3.
… und Ceesay verkürzt im zweiten Anlauf
Es hätte in der Schlussphase schon eher spannend werden können. Doch die ebenfalls eingewechselten Ceesay und Martijn Kaars ließen in der 74. Minute die Riesen-Chance zum Anschlusstreffer noch kläglich liegen.
Ceesays Tor fiel dann aus einer deutlich schlechteren Möglichkeit. Am Ende kullerte der Ball jedoch über die Linie. Und zumindest einmal hätte auch noch der Ausgleich fallen können. Doch Batz parierte gegen Joel Fujita (90.+3). Und am Ende blieb die Frage, warum St. Pauli nicht eher den Offensivgang eingelegt hatte.
32. Spieltag, 03.05.2026 15:30 Uhr
Vasilj – Ando, Wahl, Mets – Pyrka, Irvine (84. Rasmussen), Smith (65. Ceesay), Ritzka (46. Dzwigala) – Sinani (46. Metcalfe), Fujita – Hountondji (65. Kaars)
1
Batz – da Costa, Posch, Potulski (76. Kohr) – Widmer (77. Caci), Sano, Mwene – Nebel, Amiri (84. Maloney) – Becker (72. Sieb), Tietz (84. Weiper)
2
Tore
- 0:1 Tietz (6.)
- 0:2 Mwene (40.)
- 1:2 Ceesay (87.)