„Nationale Sicherheit“

Trump-Regierung blockiert offenbar 165 Windparkprojekte

Aktualisiert am 03.05.2026 – 23:56 UhrLesedauer: 2 Min.

imago images 0849444056Vergrößern des Bildes

Wind-Turbinen in Kalifornien: Die US-Regierung blockiert den Ausbau von Windparks in den USA. (Quelle: IMAGO/M. Scott Brauer/imago)

Fossile Energien statt Windkraft: Der US-Präsident verstärkt seine Bemühungen, um Windparkprojekte in den USA auszumerzen.

Die Regierung unter Donald Trump blockiert einem Bericht zufolge Dutzende Windparkprojekte in den USA. Die „Financial Times“ berichtete unter Berufung auf den Amerikanischen Verband für saubere Energie und anonyme Quellen, dass 165 Projekte die notwendigen Freigaben durch das Pentagon nicht erhalten hätten. Begründet werde dies von dem Ministerium mit Bedenken hinsichtlich der „nationalen Sicherheit“.

Windparks benötigen routinemäßig eine Genehmigung des Verteidigungsministeriums, um Störungen von Radarsystemen zu vermeiden. Normalerweise seien die Bewertungen durch das Pentagon binnen weniger Tage abgeschlossen, berichtete die Zeitung. Seit August 2025 sollen sich die Entwickler jedoch mit einer Reihe von Rückschlägen konfrontiert sehen. Unter anderem blieben Mitteilungen vom Verteidigungsministerium oder Besprechungen zum Status der Projekte aus.

Zahlreiche Projekte stünden nun vor dem Aus – 35 von ihnen hätten bereits Verhandlungen durchlaufen und mündliche Zusagen erhalten. Sie warteten nur noch auf die finale Genehmigung des Verteidigungsministeriums. 50 der betroffenen Projekte gelten demnach zudem aufgrund ihrer Entfernung zu militärischen Einrichtungen und Flugrouten als ungefährlich. Die Windparks könnten dem Bericht zufolge 30 Gigawatt erzeugen, genug, um 15 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.

US-Präsident Trump ist ein erklärter Windkraft-Gegner und hatte nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 ein Dekret gegen den Ausbau der Windenergie unterzeichnet. Sein Vorgänger Joe Biden hatte Windkraft dagegen gefördert.

Erst vergangene Woche hatte die Regierung die Aufgabe zweier weiterer geplanter Offshore-Windkraftprojekte verkündet – im Gegenzug für Erstattungen an die beteiligten Unternehmen. Mit den erzielten Vereinbarungen würden Projekte beendet, die „nur dann rentabel“ seien, wenn sie „durch massive Steuergelder subventioniert“ würden, erklärte Innenminister Doug Burgum. Die Rückerstattungen an die Unternehmen sollen nun in die Öl- und Gasförderung fließen.

Wie das Innenministerium ausführte, betreffen die Vereinbarungen BluePoint Wind, einen Offshore-Windpark vor den Küsten der Bundesstaaten New York und New Jersey, sowie Golden State Wind vor der Küste Kaliforniens. Ocean Winds, ein Joint Venture zwischen dem französischen Energiekonzern Engie und EDP Renewables aus Portugal, hielt 50 Prozent an beiden Projekten. Eine Tochtergesellschaft des Investmentkonzerns Blackrock war Partner beim BluePoint-Windpark.

Den Angaben zufolge erklärte sich die Blackrock-Tochter im Rahmen der Vereinbarung bereit, bis zu 765 Millionen Dollar in eine US-Anlage für Flüssigerdgas (LNG) zu investieren. Bei Golden State Wind gibt es demnach eine Rückerstattung in Höhe von 120 Millionen Dollar, die nun in US-Öl- und Gasvorkommen sowie „Energieinfrastruktur und/oder LNG-Projekten entlang der Golfküste“ investiert werden sollen.