Brands Hatch. Mit den ersten beiden Rennen im britischen
Brands Hatch hat nun auch die Sprint-Cup-Saison in der GT World
Challenge Europe powered by AWS begonnen. Die beiden
Titelverteidiger Charles Weerts (BEL) und Kelvin van der Linde (RSA)
starteten mit einem Podium in die neue Saison: Sie wurden im #32 BMW
M4 GT3 EVO des Teams WRT im ersten der beiden Rennen am Sonntag
Dritte. Jubeln konnte das Team auch im Silver Cup – über einen Sieg
und einen dritten Platz in der Klasse für Matisse Lismont (BEL) und
Ignacio Montenegro (ARG) im #30 BMW M4 GT3 EVO.
Weerts und van der Linde, die in der vergangenen Saison den Titel
sowohl in der Gesamtwertung als auch in der Sprint-Cup-Wertung der GT
World Challenge Europe powered by AWS gewonnen hatten, zeigten nach
schwierigen Qualifyings in beiden Rennen starke Aufholjagden. In Lauf
eins am Sonntagvormittag führte sie diese bis auf Rang vier. Da nach
Rennende mehrere Durchfahrtsstrafen aufgrund von Verstößen unter
gelber Flagge ausgesprochen wurden, übernahmen sie noch Rang drei auf
dem Podium. Im zweiten Rennen führte sie ihre Jagd nach vorn bis auf
Platz sechs.
Mit einem starken Auftritt überzeugten auch Max Hesse (GER) und
Valentino Rossi (ITA) im #46 BMW M4 GT3 EVO des Teams WRT. Mit den
Plätzen acht (Rossi) und drei (Hesse) waren sie in beiden Qualifyings
die jeweils schnellsten BMW Fahrer. Im ersten Rennen fuhren sie bis
auf Platz fünf nach vorn, gehörten aber zu den nachträglich bestraften
Crews. So stand Rang 16 zu Buche. In Lauf zwei verpassten Hesse und
Rossi das Podium als Vierte nur knapp. Im dritten PRO-Cup-Fahrzeug des
Teams WRT, dem #31 BMW M4 GT3 EVO ging Jordan Pepper (RSA) gemeinsam
mit Amaury Cordeel (BEL) an den Start. Sie wurden im ersten Rennen
starke Vierte, in Lauf zwei erreichten sie das Ziel auf Position sieben.
Im #30 BMW M4 GT3 EVO gewannen Lismont und Montenegro beide
Qualifyings im Silver-Cup. Von der Poleposition aus kamen sie auch in
beiden Rennen auf Position eins in der Klasse ins Ziel. Im ersten Lauf
wurde daraus aufgrund einer nachträglichen Strafe Platz drei, im
zweiten Rennen blieb es der Sieg. Ein fünfter BMW M4 GT3 EVO wurde in
Brands Hatch von KPX Motorsport eingesetzt. Am Steuer der Startnummer
77 belegten Jop Rappange (NED) und David Pittard (GBR) die Positionen
sechs und vier im Gold Cup.
Erinnerungen an Alessandro Zanardi.
Das Wochenende in Brands Hatch begann für BMW M Motorsport und die
gesamte Racingfamilie mit der sehr traurigen Nachricht, dass
Alessandro Zanardi (ITA) im Alter von 59 Jahren verstorben ist. Mit
Ehrbekundungen wurde in Brands Hatch das Leben des langjährigen BMW
Werksfahrers und Unternehmensbotschafters gewürdigt. Auf dieser
Rennstrecke hatte er 2012 zwei seiner Paralympischen Goldmedaillen
gewonnen. Zudem fuhr Zanardi mit dem BMW Z4 GT3 in der damaligen
Blancpain GT Series, aus der die GT World Challenge Europe powered by
AWS hervorgegangen ist.
Alle vier BMW M4 GT3 EVO des Teams WRT trugen den Schriftzug „Grazie,
Alex. Our Hero – R.I.P.“. Auf dem Grid des ersten Rennens wurde eine
Schweigeminute abgehalten, und ein Video mit Zanardi in Brands Hatch
erinnerte an den großartigen Menschen und Sportler.
Stimmen nach den Rennen in Brands Hatch:
Charles Weerts (#32 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 3.
Platz, Rennen 2: 6. Platz):
„Insgesamt war es ein ziemlich positives
Rennwochenende, bei dem wir uns das Leben allerdings deutlich schwerer
gemacht haben – durch das ziemlich schwierige Qualifying gestern, bei
dem wir noch verstehen müssen, warum es so lief. Sowohl Kelvin als
auch ich hatten etwas mehr Probleme, als wir erwartet hatten. Und
natürlich ist es in Brands Hatch extrem schwierig, wenn man außerhalb
der Top-10 startet. Unabhängig davon hatten wir ein wirklich starkes
erstes Rennen – mit einem guten Start, einigen guten Überholmanövern
auf der Strecke, einem großartigen Boxenstopp und dann einem starken
Finish von Kelvin. Das Podium war eine tolle Belohnung und eine gute
Wende. Leider haben wir im zweiten Rennen beim Boxenstopp etwas Zeit
verloren, sonst wäre ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Aber
insgesamt lag alles am schwierigen Qualifying, das wir hatten. Darauf
werden wir uns konzentrieren und sehen, was wir in Zukunft verbessern können.“
Max Hesse (#46 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 16. Platz,
Rennen 2: 4. Platz):
„Insgesamt war es wieder ein starkes Wochenende. Ich
denke, dass wir seit Paul Ricard immer eine sehr gute Pace hatten, was
sehr vielversprechend ist. Ein bisschen schade ist die Strafe in
Rennen eins. Denn ich denke, mit zweimal Platz vier wäre es ein
großartiges Wochenende gewesen. Gerade weil wir nicht das schnellste
Auto hatten, die Jungs aber alles perfekt umgesetzt haben. Insgesamt
bin ich zufrieden. Auch Vale hat einen super Job gemacht, sodass wir
zumindest aus Rennen zwei gute Punkte mitnehmen.“
Jordan Pepper (#31 BMW M4 GT3 EVO, Team WRT, Rennen 1: 4.
Platz, Rennen 2: 7. Platz):
„Nach schwierigen Qualifyings haben wir in den
Rennen echte Widerstandsfähigkeit gezeigt. Wir sind stark gefahren,
und die Crew hat einen unglaublichen Job gemacht – wie wir wissen,
führt das Team WRT wie immer die Boxenstopp-Challenge an. Dazu kamen
einige unterhaltsame Kämpfe auf der Strecke. Brands Hatch ist nicht
unbedingt für Überholmanöver bekannt, aber wir hatten drei oder vier
davon. Rennen eins hat richtig Spaß gemacht, und am Ende mit Platz
vier knapp neben dem Podium ins Ziel zu kommen, war für uns ein
außergewöhnliches Ergebnis. Insgesamt sind wir aber sehr glücklich und
stolz auf alle. Besonders auch, weil ich das Auto mit Amaury teile,
der noch sehr neu im GT-Rennsport ist – das darf man nicht vergessen.
Er ist immer noch ein Silver-Fahrer und tritt in der Pro-Kategorie an.
Alle haben einen großartigen Job gemacht, alle Autos waren das ganze
Wochenende über sehr konkurrenzfähig. Es war ein sehr starker Auftritt
für BMW M Motorsport, für das Team WRT und für uns alle.“