Hannovers Boris Tomiak und Enzo Leopold mit enttäuschtem Blick

Stand: 04.05.2026 • 00:00 Uhr

Hannover 96 hat gegen Preußen Münster einen 0:2-Rückstand gedreht und in nahezu letzter Minute doch noch den Sieg hergegeben. Damit rückt der direkte Aufstieg der Niedersachsen in der 2. Fußball-Bundesliga in weitere Ferne.

Die Köpfe gingen runter, die Enttäuschung war greifbar: Hannover 96 verspielte nach dem 3:3 (2:2) gegen Abstiegskandidat Münster den erhofften zweiten Tabellenplatz nach dem 32. Spieltag.

Gegen Preußen Münster war die Mannschaft von Trainer Christian Titz zwar dauerhaft dominant, aber sie schaffte es lange nicht, die Überlegenheit in Treffer umzusetzen. Kurz vor dem Ende kassierten die Niedersachsen den Ausgleichstreffer.

Für Hannover trafen Mustapha Bundu (45.+1 Minute, 45.+4) und Stefan Thordason (86.). Die Tore für Münster erzielten Imad Rondic (25.), Shin Yamada (39.) und Jorrit Hendrix (90.+3).

„Na klar ist man enttäuscht. Wir wollten das Spiel anders angehen und plötzlich liegt man 0:2 zurück. Heute haben wir am Ende sogar ein Stück Glück gehabt. Es bleibt nach wie vor spannend. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, es wird bis zum letzten Spieltag gehen“, sagte Hannover-Coach Titz.

Solo von Münsters Rondic

Manchmal liegen Trainer mit ihrer Intuition richtig. Preußen-Coach Alois Schwartz hatte bei der letzten Chance seines Teams auf den Klassenerhalt mit Rondic und Yamada zwei Stürmer aufgeboten. Und diese Maßnahme sollte Wirkung zeigen. Hannover spielte, Münster traf.

„Wir haben ein tolles Fußballspiel gesehen. Für die Zuschauer hat es sich gelohnt, zu kommen. Wir haben 2:0 geführt und dann muss man es besser in die Pause bringen. Wir waren dem 4:3 hinten raus ein bisschen näher, es hat nicht sollen sein. Die Mannschaft hat noch mal alles versucht. Wir müssen Darmstadt schlagen und gucken was die anderen machen. Dann haben wir vielleicht ein Endspiel in Elversberg“, sagte Preußen-Coach Schwartz.

Imad Rondic erzielte per Kopfball nach einer Ecke die überraschende 1:0-Führung der Gäste. Es war das bereits zehnte Kopfball-Gegentor, das die Hannoveraner kassierten. Und kaum hatten sie sich davon erholt und wieder Dauerdruck ausgeübt, schlugen die Preußen erneut eiskalt zu.

Nach sehenswertem Solo von Rondic über die rechte Seite brauchte Yamada nur noch den Fuß hinzuhalten und aus sechs Metern zum 2:0 zu vollenden.

Doppelschlag von Hannovers Bundu

Die Münsteraner hatten danach alles im Griff, es sah danach aus, dass Hannover sich an der robusten Abwehr der Münsteraner die Zähne ausbeißen würde – bis die Nachspielzeit anbrach und Bundu plötzlich über sich hinauswuchs.

Erst schloss der Offensivspieler mit einem fantastischen Schuss von der Strafraumgrenze in den oberen rechten Torwinkel zum 1:2 ab. Drei Minuten später verwandelte er eine Flanke von Wasniss Taibi per Dropkick zum 2:2-Halbzeitstand.

Das Titz-Team war auch in der zweiten Hälfte das spielbestmmende Team und erarbeitete sich einige Torchancen. Doch es fehlte an der Genauigkeit im Abschluss, sodass die Preußen keine weiteren Treffer hinnehmen mussten.

Angriffslustige Münsteraner

Im Gegenteil: Die Münsteraner hatten zunächst die besseren Tormöglichkeiten. Hannover-Profi Thordason konnte gerade noch so auf der Torlinie nach einem Kopfball von Rondic (79.) retten.

Dann war es erneut der Isländer, der mit einem Distanzschuss aus 20 Metern das 3:2 erzielte. Danach rannten die Münsteraner an und schafften tatsächlich noch den Ausgleich, nachdem sie zuvor schon einmal am Pfosten gescheitert waren.

Hendrix mit einer Direktabnahme aus 25 Metern traf spektakulär für die Preußen zum 3:3, die damit zumindest die Hoffnung im Abstiegskampf bewahren konnten.

Hannover in Bochum, Münster gegen Darmstadt

Hannover ist am Samstagmittag beim VfL Bochum zu Gast (13 Uhr). Münster empfängt am Sonntagmittag den SV Darmstadt (13.30 Uhr).