Die Körbe hingen einmal mehr zu hoch für die Veolia Towers Hamburg – wie so oft in dieser Saison, in der die Leistungen im sechsten Jahr der Bundesliga-Zugehörigkeit auffällig häufig schwankten. Bei Pokalsieger Bamberg Baskets verloren die Towers mit 71:85 (15:29, 27:18, 17:22, 12:16), bleiben mit 13:19 Siegen Tabellen-14. und verpassen wohl endgültig die Play-ins (Plätze sieben bis zehn).
Bamberger haben kleinsten Spieleretat der Basketball-Bundesliga
Nach der (vertanen) allerletzten Chance folgt am nächsten Donnerstag (20 Uhr/Dyn) „der letzte Tanz“, der von den Towers so betitelte Saison-Kehraus in der Wilhelmsburger Inselpark Arena gegen die Fitness First Würzburg Baskets. Es dürfte die Abschiedsvorstellung für einige Spieler werden, dem Verein könnte zur neuen Saison abermals ein personeller Umbruch bevorstehen.
Bei der künftigen Kaderzusammenstellung sollten die Towers dann vielleicht nach Bamberg schauen. Die Baskets haben nach Angaben der Basketball-Bundesliga mit 1,46 Millionen Euro den kleinsten Spieleretat der Liga, sind aber hinter Meister Bayern München und Alba Berlin mit 22:10 Siegen Dritter. Die Hamburger geben für ihre Profis laut Liga 2,08 Millionen aus. Stimmen diese Zahlen, haben die Franken ihre Mittel offenbar weit effektiver eingesetzt.
Hamburg Towers wie so oft früh und hoch im Rückstand
Das zeigte sich auch gleich in den Anfangsminuten. Fünfeinhalb waren gespielt, da lagen die Towers schon wieder mit 3:15 zurück – wie so oft in dieser Saison früh und hoch.. Allein Center Martin Breunig hatte mit einem Dreier zum 3:3 (1.) anfangs für Punkte gesorgt, das nächste Mal traf Ross Williams aus der Distanz zum 6:15 (6.).
Im zweiten Spielabschnitt führten Williams und Zsombor Maronka ihr Team auf 24:29 heran, Devon Daniels verkürzte per Freiwurf auf 31:35 (35.). Drei Ballverluste (insgesamt 16) verhinderten zunächst weitere Ergebniskorrekturen, ein Williams-Dreier zum 40:43 (19.) ließ Bambergs Coach Anton Gavel immerhin mehr Konzentration anfordern.
Hamburger Basketballer werfen schwache Quoten
Auch in der zweiten Hälfte ließen die Towers zu viele Chancen liegen, die mäßigen Trefferquoten aus Distanz (26,7 Prozent), Nahbereich (45,2) und bei Freiwürfen (65,0) erschwerten trotz engagierter Defense die Aufholjagd. Die Bamberger spielten ihre Führung souverän herunter, feierten inklusive Pokalerfolg den dritten Saisonsieg gegen die Hamburger.
„Es ist keine Schande gegen ein Team wie Bamberg zu verlieren, das zehn seiner vergangenen elf Spiele gewonnen hat“, meinte Towers-Center Breunig. „Dennoch ist das ärgerlich. Wir haben engagiert verteidigt, aber offensiv haben wir unsere gut herausgespielten Wurfpositionen zum wiederholten Male nicht ausreichend genutzt, zu oft schlecht getroffen.“
Towers-Trainer Barloschky: Uns fehlte eine hohe Dreierquote
Das Fazit von Towers-Cheftrainer Benka Barloschky fiel ähnlich aus.: „Wir haben in der ersten Halbzeit strukturell gut genug gespielt, um hier in Bamberg einen Sieg zu klauen. Wir haben zwar nicht hochprozentig genug getroffen, aber unser Spiel war gut genug. In der zweiten Halbzeit haben wir dann jedoch in zu vielen Situationen den Faden verloren, haben dann den Ball zu oft verloren, was wir unbedingt vermeiden wollten. Wir konnten gut Würfe herausspielen, die wir aber nicht getroffen haben. Um hier zu gewinnen, hätten wir eine hohe Dreierquote gebraucht, die hatten wir aber nicht.“
Punkte Veolia Towers Hamburg: Daniels (17), Williams (15), Thorpe (10), Maronka (9), Breunig (8/10 Rebounds), Wimberg (5), Turudić (4), Perrin (3/6 Rebounds), Rich, Grey.