Minenjagdboote der Bundesmarine liegen am Marinestützpunkt in Kiel.

AUDIO: Marine entsendet Minenjagdboot „Fulda“ ins Mittelmeer (1 Min)

Stand: 04.05.2026 05:00 Uhr

Das Minenjagdboot „Fulda“ startet heute von Kiel ins Mittelmeer. Bei einem Bundestagsbeschluss könnte es in die Straße von Hormus verlegt werden, um dort Minen zu suchen und zu räumen.

von Jennifer Bruhn

Das Minenjagdboot „Fulda“ verlässt heute den Marinehafen Kiel und fährt ins Mittelmeer, wo es zunächst in Bereitschaft bleibt. Ein möglicher späterer Einsatz könnte in den Persischen Golf führen, um in der Straße von Hormus nach Minen zu suchen. Hintergrund ist die angespannte Situation rund um die Straße von Hormus aufgrund des Iran-Krieges.

Die Seeroute ist entscheidend für den weltweiten Öl- und Gastransport. Eine Blockade oder Verminung hat direkte Folgen für die Energiepreise und den internationalen Handel. Deshalb wird auch in Deutschland über einen möglichen Marineeinsatz zur Sicherung der Route diskutiert.

Tauch-Lehrgangsteilnehmer im Wasser.

Der NDR hat über Monate elf Anwärter begleitet, die Minentaucher werden wollen. Die Ausbildung ist hart – nicht alle werden es schaffen.

Politische Voraussetzungen für Einsatz

Ob die „Fulda“ tatsächlich weiter in den Persischen Golf fährt, ist derzeit noch unklar. Voraussetzung dafür wäre ein Mandat des Deutschen Bundestages. Dieses wird nach aktuellem Stand nur dann erteilt, wenn sich die Sicherheitslage deutlich verbessert.

Das bedeutet, dass wir einen belastbaren Waffenstillstand in der Region brauchen in dem Konflikt. Ohne das werden wir kein Mandat ausstellen.

Bastian Ernst, CDU, Verteidigungsausschuss

Die Entscheidung, wann die Lage sicher genug für den Einsatz ist, treffen das Verteidigungsministerium, sicherheitspolitische Experten und Partner in Europa und der NATO gemeinsam.

Spezialisierte Minentaucher an Bord

An Bord des Minenjagdboots sind rund vierzig Marinesoldaten, darunter spezialisierte Minentaucher. Ihre Aufgabe ist es laut Marine, Seeminen im Wasser aufzuspüren und zu entschärfen. Dabei behilflich sind zum Beispiel ferngelenkte Drohnen, die große Gebiete systematisch absuchen können. Sogenannte Sonarsysteme können dabei Schallwellen senden und empfangen und dabei Objekte, wie zum Beispiel Seeminen, orten.

Einsatz nur im Verbund

Wenn es zu einem Einsatz in der Straße von Hormus kommen sollte, würde die „Fulda“ nicht allein operieren. Geplant wäre ein geschützter Verband mit weiteren Einheiten. Dazu könnten eine Fregatte zur Luftabwehr, ein Versorgungsschiff sowie ein Überwachungsflugzeug der Marine gehören. Diese Kräfte würden den Einsatz absichern und die Lage aus der Luft und auf See überwachen. Der Bundestag wird am Ende über die genaue Dauer und den Umfang des Einsatzes entscheiden.

Frachtschiffe im Golf, nahe der Straße von Hormuz, gesehen von Nord-Ras al-Khaimah, nahe der Grenze zum omanischen Regierungsbezirk Musandam am 11. März

Treffen in Paris

Was können die Europäer und andere Staaten zur Sicherung der Straße von Hormus beitragen? Darüber wird in Paris beraten. Was sind die Bedingungen für einen Einsatz – und welche Rolle könnte die Bundeswehr übernehmen? Antworten auf wichtige Fragen.

Benzin wird mit einer Zapfpistole in ein Auto gepumpt.

Mit der Waffenruhe im Iran sinken die Spritpreise, sind aber noch deutlich erhöht. Daten zeigen die aktuellen Preise.

Minentaucher stehen am Hafenbecken des Marinestützpunkts der Bundeswehr

11KM

Tief am Meeresboden nach Sprengstoff tasten: Im Podcast 11KM geht es heute um die Elite-Ausbildung deutscher Minentaucher und ihren möglichen Einsatz in der Straße von Hormus.