Der SC Reusrath und Trainer Marco Schobhofen haben im Rennen um die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga ein Ausrufezeichen gesetzt. Bei Verfolger FSV Vohwinkel gewann der Spitzenreiter in einem intensiven und von gegenseitigem Respekt geprägten Duell mit 3:1 (1:0). Damit konnten die Reusrather eines der zwei aufeinanderfolgenden Schlüsselspiele um die Krone bereits für sich entscheiden. Am kommenden Spieltag empfängt der SCR dann mit dem SV Solingen einen weiteren direkten und in Lauerstellung befindlichen Konkurrenten. Dennoch hält sich Coach Schobhofen weiter zurück und lässt sich keine Kampfansagen entlocken.
Demnach formulieren er und seine Auswahl noch immer keine Ansprüche auf den insgesamt überraschenden Coup, und noch immer hat die Mannschaft laut ihres Übungsleiters nicht das Gefühl, etwas verlieren zu können. Allerdings wagte sich Schobhofen dann doch so weit zu sagen: „So langsam geht es in die Richtung, dass wir gute Chancen haben. Die Ausgangsposition ist jetzt ganz gut. Das war aber keine Vorentscheidung. Es bleibt eng bis zum letzten Spieltag.“
Reusrath trifft mit dem ersten guten Angriff
Die Partie in Vohwinkel war gerade während des ersten Spielabschnitts von gegenseitigem Respekt und wenig auffälligen Strafraumszenen geprägt. Mit dem ersten guten Angriff ihrerseits gingen die Gäste dann in Führung: Auf der rechten Offensivseite erhielt Kevin Luginger nach einem Doppelpass mit Tim Röper einen freien Fuß am Sechzehner. Dank einer scharfen flachen Hereingabe fand er Flügelspieler Pascal Hinrichs am zweiten Pfosten, von wo der Einzelkönner den Ball kontrolliert in die lange Ecke schoss (29.).
Die Freude über den Treffer wich wenig später einer Schrecksekunde: FSV-Torjäger Alphonso Manata und SCR-Kapitän Fabian Steinhäuser stießen mit den Köpfen aneinander. Der Reusrather musste den Platz verlassen. Es besteht der Verdacht einer Gehirnerschütterung. Vielleicht auch aus diesem personellen Verlust heraus vergaß die SCR-Hintermannschaft Manata bei dessen vermeintlichem Ausgleich (38.) – doch der 27-Jährige stand nach einer Parade von Keeper Tim Hechler im Abseits. So ging es mit einer Gästeführung in die Kabinen.
Strittiger Elfmeter vor dem Ausgleich
Lange brauchte Manata nach Wiederanpfiff gleichwohl nicht für ein reguläres Tor, allerdings bedurfte es einer strittigen Elfmeterentscheidung des Unparteiischen. Laut Schobhofen hatte sich Manata bei einer Flanke nur wenige Zentimeter vor Ferhat Tuncer weggeduckt, sodass das Spielgerät dem überraschten Verteidiger an die vor dem Körper befindliche Hand prallte. „Das ist schon abenteuerlich“, bewertete Schobhofen die Schiedsrichterauslegung. Manata verwandelte in die linke untere Ecke (47.). In der Folge entzog sich Vohwinkel nun kurz dem Zugriff der Reusrather, die eine Phase von etwa zehn Minuten überstehen mussten, ehe sie sich wieder gefunden hatten.
Und das taten sie erfolgreich: Nach einem gegnerischen Freistoß aus dem Halbfeld konnte Armel Kouassi einen langen Ball festmachen und auf den links durchstartenden Hinrichs geben, der am Sechzehner angekommen sehenswert zum 2:1 in den linken Winkel traf (70.). Reusrath benötigte nun nur acht Minuten für einen Doppelschlag. Denn nach einer Seitenverlagerung von Gian Schumann auf rechts nahm Gianluca Cserep den Ball mit der Brust mit in die Box und tunnelte dort FSV-Schlussmann Björn Heußen (78.). In der verbleibenden Spielzeit verteidigte Reusrath das Ergebnis erwachsen. „Da hat der Tabellenführer gespielt“, lobte Schobhofen.