Hoher Willkommensbonus
Peruaner suchen Job in Russland – und landen an der Front
Aktualisiert am 04.05.2026 – 06:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein russischer Soldat an der ukrainischen Frontlinie bei Kupjansk. (Quelle: IMAGO/Sergey Bobylev)
Zahlreiche Männer aus Peru werden mit Jobaussichten nach Russland gelockt. Doch dort erleben sie offenbar eine böse Überraschung.
Für seinen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine benötigt Russlands Machthaber Wladimir Putin dringend personellen Nachschub. Zwar verkündete das russische Verteidigungsministerium kürzlich, man habe allein im Rahmen der Herbstrekrutierung mehr als 130.000 neue Soldaten in Dienst stellen können. Doch das reicht nicht, um den Krieg in der Ukraine auf dem bisherigen Niveau weiterzuführen.
Also unterzeichnete Putin im März ein Dekret, das die Anwerbung von mehr als 400.000 Soldaten im Jahr 2026 vorsieht. Davon sollen bis zu 20.000 aus dem Ausland rekrutiert werden. Einige davon kommen aus verschiedenen Staaten Afrikas, wo die Lebensverhältnisse prekär sind. Andere wiederum sollen auch aus Südamerika kommen. Allerdings soll es bei den Anwerbungen nicht immer mit rechten Dingen zugehen, wie peruanische Medien berichten.
Demnach teilte die peruanische Regierung nun mit, dass die Staatsanwaltschaft des Landes ein Ermittlungsverfahren eingeleitet habe, um den Vorwurf des Menschenhandels durch Russland zu untersuchen. Offenbar waren bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen eingegangen, wonach peruanische Staatsbürger unter Vorspiegelung falscher Tatsachen für den Krieg gegen die Ukraine rekrutiert worden seien.
Wie die Familien der mutmaßlichen Opfer berichteten, sollen ihre Angehörigen zunächst Stellenangebote für Tätigkeiten als Wachleute, Köche oder Taxifahrer in Russland erhalten haben. Die Anwerbeversuche seien von einer in Peru registreierten Firma unternommen worden. Auch seien den Männern hohe finanzielle Vergütungen versprochen worden, etwa Gehälter von umgerechnet 2.200 bis 3.400 Euro pro Monat sowie ein Willkommensbonus von 17.000 Euro – was einem Vielfachen des Durchschnittslohns in dem Land entspricht.
Als die Peruaner jedoch in Russland ankamen, wurde ihnen der Pass abgenommen und anschließlichend seien sie zu Kampfeinsätzen an der Front in der Ukraine gezwungen worden. Laut peruanischen Medien hat die Sonderstaatsanwaltschaft für Menschenhandelsdelikte in der Hauptstadt Lima nun eine Voruntersuchung eingeleitet. Es geht um den Verdacht „des mutmaßlichen Verbrechens gegen die Menschenwürde, insbesondere in Form von Menschenhandel und schwerem Menschenhandel“.
Bereits 600 peruanischer Männer sollen den falschen Jobangeboten nach Russland gefolgt sein. 13 seien an der Front gefallen, 135 werden offiziell vermisst. Die tatsächliche Opferzahl unter den Peruanern könnte aber deutlich höher sein, wie peruanische Menschenrechtsanwälte mitteilten.
