Streit ums Geißbockheim
1. FC Köln setzt Burmester unter Druck
04.05.2026 – 08:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Kölns OB Burmester mit dem FC-Vorstand (Archivfoto): Der Streit um die Zukunft des Geißbockheims wird vor Gericht verhandelt. (Quelle: Jan Huebner/imago)
Deutliche Ansage vom Geißbockheim in Richtung Rathaus: Vor der gerichtlichen Entscheidung über die Ausbaupläne des 1. FC Köln äußert sich Türoff klar.
„Die Rhetorik der SPD und des Oberbürgermeisters im Wahlkampf war positiv, an der Handlung fehlt es noch“, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Montag. „Es traut sich weiterhin keiner in Stadtverwaltung und Politik, einfach mal mit dem ersten Schritt anzufangen.“
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen hat für den 11. Juni eine Verhandlung über die Zukunft der Gleueler Wiese angesetzt. Ein Urteil soll noch am selben Tag fallen, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage bestätigte.
Der Hintergrund: Naturschutzorganisationen – darunter der Nabu sowie die Bürgerinitiative „Grüngürtel für alle“ – hatten zunächst erfolgreich gegen die Ausbaupläne des FC geklagt. Das Bundesverwaltungsgericht hob dieses Urteil 2024 jedoch auf und verwies den Fall zurück ans OVG.
1. FC Köln will im Grüngürtel wachsen – Streit um Gleueler Wiese
Der 1. FC Köln plant, sein Trainingsgelände im Äußeren Grüngürtel erheblich auszubauen: Vorgesehen sind die Erweiterung des Nachwuchsleistungszentrums sowie der Bau von drei Kunstrasenplätzen. Der Verein argumentiert mit kurzen Wegen zwischen den Trainingsstandorten und dem Ziel, langfristig mit anderen Bundesligisten konkurrenzfähig zu bleiben.
Dem Verein waren alternative Standorte angeboten worden – eine Option, die der FC jedoch ablehnt. Stattdessen machte der Klub mehrere Kompromissangebote: unter anderem die Renaturierung bestehender Plätze und Ausgleichsflächen in anderen Stadtteilen. Kritiker lehnen diese Vorschläge ab und bestehen auf dem Erhalt der Gleueler Wiese.
In einem früheren Kompromissversuch hatten sich Stadt und Verein auf den Ausbau des Nachwuchsleistungszentrums auf bereits versiegelten Flächen geeinigt – unter der Bedingung, dass die Gleueler Wiese unangetastet bleibt. Gegen einen zusätzlichen gesetzlichen Schutz der Wiese protestierten FC-Anhänger im vergangenen Jahr vor dem Kölner Rathaus. Ein entsprechender Antrag der Ratsgruppe Klimafreunde & GUT wurde abgelehnt.
