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Aktuelle News zum Iran-Krieg im Ticker: Donald Trump verkündet eine neue Initiative in der Straße von Hormus. Teherans Reaktion fällt deutlich aus.

Update, 12:23 Uhr: Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet unter Berufung auf lokale Quellen, dass zwei Raketen ein Schiff der US-Marine in der Nähe der Insel Jask getroffen hätten. Das Schiff soll zuvor Warnungen der Revolutionsgarde zum Stopp ignoriert haben und anschließend aus dem Gebiet zurückgekehrt sein. Die iranische Marine erklärte laut staatlichem Fernsehen zudem, sie habe das Eindringen von US-Kriegsschiffen in die Straße von Hormus verhindert.

Der gemeldete Angriff ereignete sich, nachdem US-Präsident Trump angekündigt hatte, die USA würden das „Projekt Freiheit“ starten, um in der Straße von Hormus gestrandete Schiffe aus dem Gebiet zu lotsen. Trump bezeichnete den Einsatz als „humanitäre Geste“, da vielen Schiffen die Lebensmittelvorräte ausgingen. Das US Central Command erklärte, die Operation werde mit 15.000 Militärangehörigen, mehr als 100 land- und seegestützten Flugzeugen sowie Kriegsschiffen und Drohnen unterstützt. Teheran hatte den Schritt bereits im Voraus als „Verstoß gegen die Waffenruhe“ bezeichnet und angekündigt, die Meerenge „mit voller Stärke“ zu verteidigen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Update, 12:10 Uhr: Im Iran sind drei Männer im Zusammenhang mit den Massenprotesten vom Dezember und Januar hingerichtet worden. Sie seien für schuldig befunden worden, am Tod von Sicherheitskräften bei Demonstrationen in Maschhad beteiligt gewesen zu sein, teilte die offizielle Justizwebsite Misan Online am Montag mit.

Die iranische Justiz hat in den vergangenen Wochen wiederholt Menschen exekutiert, die mit den Protesten in Verbindung standen. Ausgelöst worden waren die Demonstrationen durch gestiegene Lebenshaltungskosten; ihren Höhepunkt erreichten sie Anfang Januar. Die iranische Führung bezeichnete die zunächst friedlichen Proteste als „von ausländischen Kräften angezettelte Ausschreitungen“. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar haben Festnahmen und Hinrichtungen im Land weiter zugenommen. Laut Menschenrechtsorganisationen ist der Iran nach China das Land mit den weltweit meisten Hinrichtungen.

Iran-Krieg: Iranisches Schiff erreicht Pakistan

Update, 10:35 Uhr: Die Crew eines von US-Streitkräften festgesetzten iranischen Containerschiffs ist in Pakistan angekommen. Die 22 Besatzungsmitglieder seien am Sonntagabend nach Pakistan geflogen worden, teilte das pakistanische Außenministerium mit. Sie sollen noch heute an iranische Behörden übergeben werden. Die „Touska“ war vor gut zwei Wochen im Rahmen der US-Seeblockade festgesetzt worden – Irans Militär hatte dies als „bewaffnete Seepiraterie“ bezeichnet.

In der Zwischenzeit sei die Crew an Bord des Frachters festgehalten worden. Das Schiff selbst werde nach den nötigen Reparaturen in pakistanische Hoheitsgewässer überführt und den ursprünglichen Eigentümern zurückgegeben. Pakistan begrüßte die Übergabe als vertrauensbildende Maßnahme zwischen den Kriegsparteien. Das Land hatte in den vergangenen Monaten als Vermittler zwischen den USA und dem Iran fungiert; erste Gespräche in Islamabad blieben jedoch ohne klares Ergebnis.

Update, 9:35 Uhr: Der frühere US-Marineoffizier Harlan Ullman von der Killowen Group hat vor den Risiken von Trumps Marineoperation „Project Freedom“ in der Straße von Hormus gewarnt. „Der Iran verfügt über enorme Mengen an Drohnen und kleinen Schiffen, die dies sehr, sehr schwierig machen könnten“, sagte Ullman gegenüber Al Jazeera. Eine Konfrontation, bei der ein amerikanisches Kriegsschiff getroffen werde, müsse unbedingt verhindert werden – denn dann hätten die USA „keine andere Wahl, als zu vergelten“.

Ullman äußerte die Hoffnung, dass Trumps Ankündigung einen diplomatischen „Durchbruch“ darstelle, der in Abstimmung mit dem Iran und den Vermittlern erzielt worden sei. Letztlich sei Diplomatie der einzige Weg zur Lösung der Krise: „Die einzige Lösung ist eine Wiedereröffnung der Meerenge, gefolgt von langen diplomatischen Verhandlungen mit dem Iran über seine nuklearen Ambitionen.“ Sei die Mission ein wohldurchdachter erster Schritt, sei das lobenswert. Sei sie jedoch „nur halbherzig durchdacht und führe zu einer Eskalation, könnte es eine Katastrophe werden“. Ullman betonte: „Verhandlungen, nicht Bombardierungen, sind der einzige Weg, dies zu lösen, ohne die internationale Wirtschaftsordnung zu erschüttern.“

Iran-Krieg: NATO-Chef Rutte äußert sich zu Trump-Plänen

Update, 9:09 Uhr: NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat sich vor dem EPG-Gipfel in Eriwan um Vermittlung zwischen den USA und den europäischen Partnern bemüht. Auf US-Seite habe es „eine gewisse Enttäuschung“ über das europäische Verhalten im Iran-Krieg gegeben, räumte Rutte am Montag ein. Die Europäer hätten die Botschaft von US-Präsident Donald Trump aber „gehört“. Trump hatte wiederholt seinen Unmut über die seiner Ansicht nach mangelnde europäische Unterstützung im Krieg geäußert und vergangene Woche neue Zölle auf europäische Kraftfahrzeuge sowie den Abzug von US-Truppen aus Deutschland angekündigt. Zudem wollen die USA entgegen ursprünglicher Pläne keine Mittelstrecken-Marschflugkörper in Deutschland stationieren.

Iran-Krieg - Straße von HormusTrump will den in der Straße von Hormus blockierten Schiffen helfen. (Archivbild) © Fatima Shbair/AP/dpa

Rutte betonte, immer mehr europäische Länder verlagerten „wesentliche logistische und andere Unterstützungsleistungen“ wie Minenjäger näher an die Einsatzgebiete. Das deutsche Minenjagdboot „Fulda“ lief am Montag vom Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung Mittelmeer aus.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nannte den Zeitpunkt der Truppenabzugs-Ankündigung „eine Überraschung“ und mahnte, Europa müsse „die europäische Säule der NATO wirklich stärken“. Ähnlich äußerten sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der mehr „Unabhängigkeit in Fragen der Verteidigung“ forderte, sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die eine Beschleunigung der europäischen Rüstungsproduktion verlangte. Beim EPG-Gipfel in Eriwan beraten mehr als 40 Staats- und Regierungschefs über die Kriege im Iran und in der Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz hat seine Teilnahme abgesagt und wird von Macron vertreten.

Iran-Krieg: Macron fordert abgestimmtes Vorgehen wegen Straße von Hormus

Update, 8:45 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat ein „abgestimmtes“ Vorgehen der USA und des Iran bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus gefordert. Bei seiner Ankunft zum Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) im armenischen Eriwan kritisierte Macron den „unklaren“ Rahmen der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Militäraktion.

Trump hatte am Sonntag erklärt, die US-Marine werde ab Montag damit beginnen, in der weitgehend blockierten Meerenge festsitzende Schiffe heraus zu „geleiten“. Teheran warnte daraufhin, jegliche US-Einmischung in der Straße von Hormus werde als Verstoß gegen die Waffenruhe gewertet. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe Anfang April kommen die Bemühungen zur Beendigung des Konflikts kaum voran. Gut zwei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs wächst die Sorge vor einer erneuten Eskalation. Beim EPG-Gipfel in Eriwan beraten mehr als 40 Staats- und Regierungschefs unter anderem über die Kriege im Iran und in der Ukraine. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine Teilnahme abgesagt – er wird von Macron vertreten.

Erstmeldung: Teheran/Washington, DC – Die USA haben am Montag vor dem Hintergrund des aktuellen Iran-Kriegs die Initiative „Projekt Freiheit“ gestartet, mit der festsitzende Handelsschiffe in der blockierten Straße von Hormus wieder in Bewegung gebracht werden sollen. US-Präsident Donald Trump kündigte das Vorhaben auf seiner Plattform Truth Social an und drohte für den Fall von Behinderungen mit einem harten Vorgehen. Viele Details ließ er dabei allerdings offen. Der Iran reagierte umgehend mit einer Warnung: Jede amerikanische Einmischung in der Meerenge werde als Verstoß gegen die geltende Waffenruhe gewertet.

Iran-Krieg: USA planen Vorstoß wegen Straße von Hormus

Seit Beginn des aktuellen Iran-Krieges kontrolliert Teheran die strategisch bedeutende Meerenge und hat den Schiffsverkehr durch Drohungen und Angriffe weitgehend zum Erliegen gebracht. Vor dem jüngsten Konflikt transportierten Tanker durch die Straße von Hormus etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl und Flüssiggas. Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Trotz einer aktuell geltenden Waffenruhe ist bei den diplomatischen Bemühungen bislang kein Durchbruch in Sicht.

Trump begründete seine neue Initiative im aktuellen Iran-Krieg damit, Länder aus aller Welt hätten Washington um Hilfe gebeten. Die USA hätten diesen Ländern mitgeteilt, „dass wir ihre Schiffe sicher aus diesen blockierten Wasserstraßen herausführen werden“, damit sie ihre Geschäfte unbehindert fortführen könnten. Es handle sich um Schiffe aus Regionen der Welt, die nicht in den Iran-Krieg verwickelt seien: „Sie sind lediglich neutrale und unschuldige Dritte!“ Trump bezeichnete das Vorhaben auch als „humanitäre Geste“ und verwies darauf, dass vielen Schiffen Lebensmittel sowie andere für gesunde und hygienische Zustände an Bord notwendige Dinge ausgingen.

Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom bestätigte auf der Plattform X die Unterstützung der Streitkräfte für die jüngste Initiative im aktuellen Iran-Krieg. Konkret sollen Lenkwaffenzerstörer, mehr als 100 Fluggeräte, unbemannte Plattformen sowie 15.000 Soldaten eingesetzt werden. Welche konkreten Aufgaben diese Kräfte übernehmen sollen, blieb zunächst unklar.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-KriegRauchsäule in teheranFotostrecke ansehenStraße von Hormus: USA wollen Schiffe lotsen

Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte, dass die Initiative primär auf die Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Regelung des Schiffsverkehrs abziele. Aktuell sieht die Initiative demnach nicht vor, dass Kriegsschiffe der US-Marine Schiffe durch die Straße von Hormus eskortieren. Stattdessen solle das Projekt Minen orten und diese Informationen an Schiffe weitergeben, damit sie Gefahren umgehen könnten. Auch die sichersten Routen für die Schifffahrt sollen allgemein ermittelt werden.

Der Leiter der Sicherheitskommission im iranischen Parlament, Ebrahim Azizi, wies die amerikanischen Pläne scharf zurück. Die Straße von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch „Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert“, schrieb er auf X. Eine US-Einmischung werde als Verstoß gegen die Waffenruhe betrachtet.

Aktuell keine Verhandlungen im Iran-Krieg

Unterdessen berichtete das iranische Außenministerium, Teheran habe die US-Antwort auf seinen jüngsten Friedensvorschlag erhalten und prüfe diese nun. Sprecher Ismail Baghai sagte iranischen Medien zufolge, der iranische 14-Punkte-Plan für ein Kriegsende klammere das nukleare Thema aus – Irans Atomprogramm und das angereicherte Uran sind seit Langem einer der zentralen Streitpunkte mit Washington. Berichten zufolge möchte Teheran dieses Thema erst zu einem späteren Zeitpunkt angehen.

Trump selbst zeigte sich in seiner Truth-Social-Botschaft mit Blick auf mögliche Verhandlungen über das Ende des Iran-Kriegs optimistisch: „Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass meine Vertreter sehr positive Gespräche mit dem Iran führen und dass diese Gespräche zu etwas sehr Positivem für alle führen könnten“, schrieb er.

Das stand in deutlichem Kontrast zu seiner Äußerung keine 24 Stunden zuvor, in der er dem iranischen Vorschlag skeptisch gegenübergetreten war und erklärt hatte, er könne sich nicht vorstellen, dass dieser akzeptabel sein werde. Gleichzeitig ließ er eine erneute militärische Option offen: Es bestehe weiter die Möglichkeit, den Iran wieder anzugreifen, sollte sich die iranische Führung in seinen Augen falsch verhalten.

Iran-Krieg: Immer wieder Vorfälle in der Straße von Hormus

Kritik an Trumps generellem Kurs im Iran-Krieg kommt aus den eigenen Reihen des amerikanischen Politikbetriebs. Der führende Demokrat im Streitkräfteausschuss des US-Senats, Jack Reed, hält eine mögliche Wiederaufnahme von Luftangriffen für nicht zielführend. Er glaube nicht, dass das die Entschlossenheit der Iraner brechen würde, weiter durchzuhalten, sagte Reed dem Sender ABC News: „Und ein Grund dafür ist, dass es für sie um ihre Existenz geht.“ Reed geht davon aus, dass die Iraner nach den Angriffen auf ihre Führung und den scharfen Drohungen Trumps für sich nur eine Option sähen: „weiterkämpfen“. Er plädierte dafür, dass die USA Verhandlungen ernsthaft angehen müssten, und übte grundsätzliche Kritik: „Ich glaube nicht, dass der Präsident einen Plan hat.“

Derweil reißen die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus nicht ab. Bereits am Sonntag meldete die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) gleich zwei Vorfälle. Zunächst berichtete der Kapitän eines nordwärts fahrenden Massengutfrachters von einem Angriff mehrerer kleiner Boote, elf Seemeilen westlich der iranischen Stadt Sirik. Am Sonntagabend wurde zudem ein Tanker von „unbekannten Projektilen“ getroffen. Bei beiden Vorfällen seien die Besatzungen in Sicherheit gewesen, Umweltschäden seien nicht gemeldet worden. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete zu einem der Vorfälle, ein Schiff sei auf Anordnung der iranischen Marine lediglich zur Dokumentenprüfung gestoppt worden. (fbu mit Agenturen)