Der 1. Mai mit Tausenden feiernden und demonstrierenden Menschen hat den Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg stark in Mitleidenschaft gezogen. Entstandene Schäden müssten repariert werden, auch weitere Reinigungen seien erforderlich, teilte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg mit. Der stark genutzte Raum in und um den Görlitzer Park solle schnell wieder hergerichtet werden für die beginnende Frühsommersaison.
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hatte mitgeteilt, dass nach dem 1. Mai mit 350 Kubikmetern doppelt so viel Müll beseitigt werden musste wie im vergangenen Jahr (180 m³). 2024 waren es sogar nur 110 m³, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Am 2. Mai 2026 seien etwa 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit 70 Fahrzeugen unterwegs gewesen. Das betraf ganze Straßenzüge in Kreuzberg, den Görlitzer Park, aber auch weitere Parks und Plätze in den Nachbarbezirken.
Vermüllung bei Feiern: Verwaltungssprecherin betont Verantwortung des Einzelnen
Aber was tun gegen die Vermüllung? „Natürlich sind Konzepte wie eine Verpackungssteuer denkbar“, sagt Petra Nelken, Sprecherin der Senatsumweltverwaltung. Damit allein werde man das Problem in Berlin aber wohl nicht lösen. „Es muss vor allem etwas in unseren Köpfen passieren“, so Nelken weiter. „Es ist eine Haltungsfrage und jedem muss klar werden, dass man seinen Müll nicht einfach überall hinwirft.“
Am Tag der Arbeit waren mehrere Zehntausend Menschen in Berlin, insbesondere in Kreuzberg, auf der Straße. Die meisten feierten, andere protestierten, wieder andere taten beides gleichzeitig. Im Park selbst fand ein Rave gegen den umstrittenen Zaun statt. Die Veranstalter hatten ursprünglich versprochen, den Park danach aufzuräumen.
Sicherheitsaspekte stehen im Fokus der Debatte

Tausende feierten am 1. Mai im Görlitzer Park.
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Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte weiter mit, das Ordnungsamt sei am 1. Mai auch gegen unerlaubte Musikbeschallung auf den Straßen und nicht genehmigten Alkoholausschank vorgegangen und habe zwölf Ordnungswidrigkeiten angezeigt. Weitere 213 Ordnungswidrigkeiten seien im Görlitzer Park dazugekommen.
An mehreren Stellen habe man insgesamt 81 mobile Toiletten aufgestellt: Görlitzer Park, Ratiborufer, Mariannenplatz, Böcklerpark, Volkspark Friedrichshain. Ob das angesichts der Menschenmassen ausgereicht habe, wurde nicht festgestellt.
Debatten gab es nach dem Tag auch über die Sicherheit bei einem überfüllten Konzert der Berliner Rapperin Ikkimel bei dem traditionellen Fest der Partei Die Linke auf dem Mariannenplatz. Der Sender RBB zitierte Besucher, die sich in dem heftigen Gedränge unsicher fühlten. Die Feuerwehr verzeichnete allerdings während des Konzerts keinen Anstieg von Einsätzen, auch die Polizei teilte dem RBB mit, ihr seien keine Vorfälle aufgefallen.
psi/dpa