Nach dem Großeinsatz der Polizei am Sonnabend in Dannigkow im Jerichower Land sind weitere Details zu dem Vorfall bekannt geworden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, war eine Frau mit ihrem Hund in dem Ort unterwegs. Als dieser auf ein fremdes Grundstück rannte und sie ihm hinterherlief, wurde die 54-Jährige von einer Ladung aus einer Schrotflinte getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt. Sie sei mittlerweile aber außer Lebensgefahr, hieß es von der Polizei.

Frau hat offenbar Selbstschussanlage ausgelöst

Nach bisherigen Ermittlungen gehen die Beamten davon aus, dass die Frau auf dem Grundstück versehentlich eine sogenannte Selbstschussanlage ausgelöst hat. Selbstschussanlagen sind in Deutschland verboten.

Was ist eine Selbstschussanlage?
Eine Selbstschussanlage ist eine automatische Waffe, die ohne menschliches Zutun Schüsse abgibt oder Explosionen auslöst, sobald ein Signalgeber (wie ein Stolperdraht oder Bewegungssensor) aktiviert wird. Der Einsatz von Selbstschussanlagen zur Sicherung von Privatgrundstücken (z. B. im Schrebergarten) ist in Deutschland verboten. Sie können unbeteiligte Personen oder Kinder gefährden.

Das Grundstück gehört den Angaben zufolge einem 43-jährigen Deutschen. Ob er die Anlage errichtet hat, sei Teil der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei. Zahlreiche Polizisten sowie Kräfte vom Spezialeinsatzkommando (SEK) waren am Samstag bis zum Abend in Dannigkow im Einsatz. Bei der Durchsuchung des Hauses des 43-Jährigen stellten die Beamten zahlreiche Waffen sowie Betäubungsmittel sicher. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Wie ein Sprecher MDR SACHSEN-ANAHLT mitteilte, ist er aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß.