(hal) Düsseldorf gehört zu den Städten, die sich zurzeit als Standort für ein Yad Vashem Education Center bewerben. Die bedeutende Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem würde damit erstmals ein Bildungszentrum außerhalb Israels in Deutschland erhalten.
Eine Delegation der israelischen Gedenkstätte hat nun Düsseldorf besucht und sich dabei auch eine städtische Immobilie an der Münsterstraße, die früher vom Jungen Schauspiel genutzt wurde, als einen möglichen Standort angeschaut.
Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) führte die Gäste aus Israel zusammen mit Miriam Koch, Beigeordnete für Kultur und Integration, Sylvia Löhrmann, Beauftragte des Landes für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur, und weitere Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Land durch die Räumlichkeiten.
„Mit unserer langjährigen Expertise in der Gedenk- und Bildungsarbeit, einer der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands sowie einer hervorragend vernetzten Infrastruktur bieten wir ideale Voraussetzungen für ein Yad Vashem Education Center mit internationaler Ausstrahlung“, erklärt Keller.
Ein solches Zentrum würde in Düsseldorf auf ein starkes Fundament treffen – und zugleich neue Impulse setzen, um Erinnerung wachzuhalten, Antisemitismus entschlossen entgegenzutreten und demokratische Werte nachhaltig zu stärken, ist der Oberbürgermeister überzeugt.
Der Rat der Stadt Düsseldorf hatte im Dezember 2025 einstimmig beschlossen, sich als Standortkommune zu bewerben. Neben der Landeshauptstadt hat sich auch Köln für den weiteren Bewerbungsprozess als möglicher NRW-Standort qualifiziert.
Das geplante Yad Vashem Education Center soll ein zentraler Bildungsort mit europaweiter Ausrichtung werden. Der Aufbau wird von der Bundesregierung und dem Land NRW unterstützt. Die endgültige Standortentscheidung soll nach aktuellem Stand noch im ersten Halbjahr 2026 erfolgen.