Pflanzenschutzmitteln und das Parkinson-Risiko
Wenn nach dem Job die Schüttellähmung kommt: Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel ist als Berufskrankheit anerkannt. Darauf hat die IG BAU Emscher-Lippe-Aa hingewiesen. „Denn wer auf dem Feld oder im Gewächshaus über Jahre häufig Pflanzenschutzmittel spritzt, der hat ein erhöhtes Risiko, später Parkinson zu bekommen“, warnt Thomas Hams von der Agrar-Gewerkschaft. Foto: IG BAU | Tobias Seifert

Ärzte im Kreis Recklinghausen sollen Parkinson-Patienten über Berufserkrankung aufklären
Wer „grüne Jobs“ im Kreis Recklinghausen macht, muss wissen: Dahinter kann ein Parkinson-Risiko stecken

Gladbeck – 04.05.2026 – Pflanzenschutzmitteln – Die „Jobs im Grünen“ stehen nicht immer nur für frische Luft. „Wer im Kreis Recklinghausen auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, den kann es treffen: Ein erhöhtes Risiko, Parkinson zu bekommen. Und zwar immer dann, wenn er über Jahre häufig mit Pflanzenschutzmitteln zu tun hatte“, sagt Thomas Hams von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

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Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide sei als Berufskrankheit anerkannt. Betroffene müssten allerdings nachweisen, dass sie in ihrem Berufsleben mindestens 100 Tage mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet hätten – also jeweils entweder mit Fungiziden (zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten), Insektiziden (zur Bekämpfung von Insekten) oder Herbiziden (zur Bekämpfung von Unkraut), so die IG BAU Emscher-Lippe-Aa.

„Dann bekommen Beschäftigte, die an Schüttellähmung erkrankt sind, Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung: Die Hilfe der Berufsgenossenschaft reicht von guter medizinischer Versorgung bis zu Geldleistungen“, so Thomas Hams. Das gelte neben Menschen, die in der Landwirtschaft gearbeitet haben, beispielsweise auch für Beschäftigte im Gartenbau und im Forst.

Gefahren lauerten allerdings auch in der Floristik

Und sogar auf dem Bau: „Denn auch bei Sanierungsarbeiten wird mit Pestiziden gearbeitet. Vielen ist gar nicht bewusst, wo überall Pestizide zu finden sind. Gerade im Sanitärbereich kommen häufig Baustoffe mit Anti-Schimmelmitteln zum Einsatz. Und die enthalten oft Pestizide“, erklärt Thomas Hams von der IG BAU Emscher-Lippe-Aa.

An die niedergelassenen Ärzte im Kreis Recklinghausen appelliert die Agrar-Gewerkschaft, Parkinson-Patienten gezielt anzusprechen. Sie ruft dazu auf, abzuklären, ob es sich um eine Berufskrankheit handele. Die gesetzlichen Krankenversicherungen fordert die IG BAU Emscher-Lippe-Aa auf, Parkinson-Patienten anzuschreiben und zu informieren. „Immerhin haben Patienten, wenn es um eine Berufserkrankung geht, die Chance auf eine intensive Betreuung und gute medizinische Versorgung, für die die Berufsgenossenschaft steht“, so Thomas Hams.

Anerkennung als Berufskrankheit

Der IG BAU-Bezirkschef kündigt außerdem an, dass sich die Agrar-Gewerkschaft auch dafür einsetzt, dass mehr Betroffene die Anerkennung als Berufskrankheit bekommen. „Es geht vor allem um die, die nicht selbst Pflanzenschutzmittel gespritzt haben, die aber zum Beispiel in Gewächshäusern den Pestiziden ausgesetzt waren“, so Hams.

Der Gewerkschafter rät Menschen, die in gefährdeten Branchen arbeiten, sich bei Fragen an ihre jeweilige Berufsgenossenschaft zu wenden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) habe extra eine „Parkinson-Hotline“ geschaltet: 0561 / 785 – 10350. Außerdem gebe die Berufsgenossenschaft Hinweise auf ihrer Homepage: https://www.svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel

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