
… Inklusives Segelangebot für junge Menschen beim Yacht-Club Nürnberg e.V. (YCN).
Großer Brombachsee – Gemeinsam mit dem Yacht-Club Nürnberg e.V. richtet die TURNING POINT Stiftung einen WENDEKURS aus. Die Initiative fördert mit Hilfe des Segelsports die Inklusion von Menschen mit intellektuellen oder körperlichen Beeinträchtigungen sowie sozial Benachteiligten. Ziel ist es, diesen Personen durch das Segelerlebnis lebensverändernde Erfahrungen zu ermöglichen und sie langfristig in das Vereinsleben zu integrieren.
Vom 15. bis 17. Mai 2026 bietet der Yacht-Club Nürnberg e.V. gemeinsam mit der TURNING POINT Stiftung an drei Tagen vor allem Kindern und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 10 und 25 Jahren die Möglichkeit, den Segelsport auszuprobieren, kennen und vielleicht sogar lieben zu lernen. Gesegelt wird auf Sonar-Booten, einer ehemaligen paralympischen Bootsklasse und Vereinsbooten der J70 Bootsklasse.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit körperlichen, psychischen und/oder intellektuellen Beeinträchtigungen oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen erhalten nicht immer und selbstverständlich gleiche Chancen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Aus der gesellschaftlichen Benachteiligung folgen ein Mangel an Mut und Selbstvertrauen in die eigene Selbstwirksamkeit. Die TURNING POINT Stiftung sieht im Segelsport das Potential für einen persönlichen Wendepunkt. Beim Segeln steht die Teambildung im Fokus: Alle an Bord haben eine Aufgabe und jede und jeder bringt sich ein. Bisher unbekannte Fähigkeiten und Kompetenzen werden erkannt und angewandt. Das Meistern von Natur und Technik im Team vermittelt Selbstbewusstsein und kann Stärke geben, das eigene Leben besser zu gestalten. Obwohl das Segeln diese Chancen bereithält, haben benachteiligte Menschen häufig keinen Zugang zum Segelsport oder die Hürden zur Teilnahme sind hoch.
Für den Vizepräsidenten und Trainer Rolf Thoma und sein engagiertes Team ist es wichtig, dass der Club den Menschen mit Beeinträchtigung das aktive Segeln ermöglicht. Jens Kroker von der TURNING POINT Stiftung hofft, dass dies eine Initialzündung für den einen oder anderen Teilnehmenden sein kann. „Wir werden sicherstellen, dass die Zielgruppe auch nach dem WENDEKURS sowohl am Großen Brombachsee, aber vor allem auch am Dutzendteich mitten in Nürnberg weitersegeln kann“ so Thoma. Jens Kroker weiß inzwischen aus Erfahrung, dass 15 bis 20 Prozent der Kursteilnehmenden im Anschluss weitermachen. Der YCN will Kinder und junge Erwachsene aus dem angrenzenden Großraum Nürnberg ansprechen. Der Kontakt zu Schulen und darüber hinaus zu Einrichtungen und Gruppierungen der Zielgruppe sind aufgebaut.
Damit die Aktionstage nachhaltig werden und der Yacht-Club Nürnberg e.V. ein regelmäßiges Angebot für Menschen mit intellektuellen oder körperlichen Beeinträchtigungen sowie sozial Benachteiligten schafft, unterstützt die TURNING POINT Stiftung den Verein bei der Organisation des WENDEKURSES und bei inklusiven Anschlussaktivitäten. „Durch Schulung der Trainerinnen und Trainer im Umgang mit der Zielgruppe werden Praxisabläufe verinnerlicht und das inklusive Angebot etabliert sich wünschenswerterweise langfristig am Dutzendteich sowie am Großen Brombachsee“ so Kroker.
Jens Kroker, der selbst dreimal erfolgreich an paralympischen Spielen teilgenommen hat wird unter anderen an dem Wochenende dabei sein und seine Erfahrungen weitergeben. Qualifizierte Trainerinnen und Trainer begleiten alle Boote aktiv mit. „Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, Teilnehmenden durch das Segeln neue Erfahrungen zu ermöglichen. Segeln baut Barrieren ab, fördert die Teambildung, gibt Menschen mit Einschränkungen die Chance mehr Selbstvertrauen und Selbstbestimmung zu gewinnen und schafft somit Wendepunkte im Leben“ – diese Meinung teilen alle Beteiligten. Vorkenntnisse sind für den WENDEKURS nicht notwendig.
Foto: Pixabay