Die Mieten in Hamburg steigen weiter. Gleichzeitig legen auch die Preise im Umland deutlich zu. Die Folge: Bezahlbarer Wohnraum wird knapp und Ausweichmöglichkeiten im Umland fallen für Wohnungssuchende weg.
Im ersten Quartal 2026 lag die durchschnittliche Neuvertragsmiete in Hamburg bei 15,88 Euro pro Quadratmeter. Das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich dazu: 2019 hatte der Quadratmeterpreis in Hamburg noch bei 13,24 Euro gelegen. Ein Blick auf die Preise im Hamburger Umland zeigt dagegen ein Plus von 4,8 Prozent: In sechs untersuchten Kreisen stiegen die Mieten auf 12,65 Euro pro Quadratmeter. Das zeigt eine aktuelle Studie des Gymnasiums Ohmoor zur Entwicklung des Hamburger Mietmarkts .
Zu den Zahlen sagt Rolf Bosse vom Mieterverein zu Hamburg: „Der Anstieg in Hamburg hat sich zwar spürbar verlangsamt, von Entwarnung kann aber keine Rede sein.“ Die Preisentwicklung im Hamburger Umland beschreibt er als „besorgniserregend”. Die Folge: Preisunterschiede zur Stadt schrumpfen, bezahlbarer Wohnraum im Umland wird knapp.
Mieterverein fordert schnell mehr bezahlbaren Wohnraum
Wohnen in zentraler Lage bleibt teuer: Spitzenreiter ist die Altstadt mit durchschnittlich 30,88 Euro pro Quadratmeter. Die günstigsten Quadratmeterpreise Hamburgs lassen sich hingegen in Marmstorf mit 9,11 Euro, in Neuengamme mit 10,94 Euro und in Finkenwerder mit 11,91 Euro finden.
Besonders auffällig: In bislang günstigeren Stadtteilen wie Niendorf oder Schnelsen stiegen die Preise zuletzt deutlich. Noch 2023 lag der Quadratmeterpreis in Niendorf unter dem Hamburger Durchschnitt. Inzwischen sind es rund 17 Euro – etwa ein Euro mehr als im Hamburger Durchschnitt.
Immer mehr Mieter versuchen, ihre Wohnung zu tauschen
Ein Zeichen für den Druck auf dem Markt: Immer mehr Mieter versuchen, ihre Wohnung zu tauschen. In der Praxis scheitert das jedoch oft: an rechtlichen Hürden, logistischem Aufwand und an steigenden Mieten bei Neuverträgen. „Ein direkter Wohnungstausch hat nach unseren Erfahrungen so gut wie nie Erfolg”, so Bosse.
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Für den Mieterverein ist klar: Das Mietniveau sei insgesamt zu hoch. Es brauche schnell mehr bezahlbaren Wohnraum – in der Stadt und im Umland. Bosse sieht in den Ergebnissen klaren politischen Handlungsbedarf: mehr mietpreisgebundener Wohnungsbau, besserer Schutz günstiger Bestandsmieten durch strengeren Kündigungsschutz, eine wirksame Mietpreisbremse – und ein konsequentes Vorgehen gegen Mietwucher. (mp)
