Bielefeld. Die Holzmedaille passend zum urwüchsigen und bodenständigen Landschaftslauf: Mit dieser Neuerung wollte Ausrichter TSVE Bielefeld mit der Zeit gehen und hat beim 54. Hermannslauf zum ersten Mal alle Finisher im Ziel mit einem Erinnerungsstück aus nachwachsendem Rohstoff ausgezeichnet. Doch die Begeisterung hielt sich in Grenzen: Die zeitgemäße Idee erntete Zustimmung, aber auch Ablehnung.
„Wir vom Organisationsteam haben unterschiedliche Reaktionen zu den diesjährigen Medaillen gehört“, sagt Gerd Grundmann vom TSVE. Er bezieht dabei die Wahrnehmung der vielen Helfer mit ein, die die Souvenirs an der Bielefelder Sparrenburg verteilt haben.
Das in Form des Hermannslauf-Emblems ausgestanzte Stück Holz ist auf der Vorderseite blau-weiß-rot lackiert und mit „54. Hermannslauf 2026“ beschriftet. Auf viele wirkte es offenbar nicht so wertig wie das gewohnte Stück Metall, das schwerer in der Hand liegt.
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Veranstalter wollen Meinungsbild
Um für nächstes Jahr nach den Wünschen der überwiegenden Mehrheit planen zu können, versuchen sich die Teamleiter der Hermannslauf-Organisation jetzt ein möglichst breites Meinungsbild zu verschaffen. „Wir haben uns aus ökologischen Gründen ganz bewusst für Holz entschieden“, erläutert Grundmann.
Das Thema Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit spiele bei der Großveranstaltung eine immer wichtigere Rolle. „Wenn aber die Akzeptanz nicht vorhanden ist, müssen wir gegebenenfalls umdenken“, sagt das erfahrenste Mitglied des Orgateams.
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Diskussion auch beim Paderborner Osterlauf
Grundmann ist selbst seit Jahrzehnten in der Volks- und Straßenlaufszene unterwegs und erhofft sich aussagekräftige Antworten auf die Frage: „Wie zufrieden waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Holzmedaillen?“
Ähnlich ergeht es dem SC Grün-Weiß Paderborn, der bei seinem Osterlauf in diesem Jahr schon zum vierten Mal Medaillen aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz ausgegeben hat. Holz, das zudem mit seiner Herkunft aus europäischen Nachbarländern zu einer guten Umweltbilanz der Massenveranstaltung mit mehr als 15.000 Meldungen beiträgt.
„Auch bei uns sind die Reaktionen – sowohl in den sozialen Medien als auch im persönlichen Kontakt – total gemischt“, berichtet Osterlauf-Pressesprecher Thorsten Franz. „Bei den Zusammenkünften der Vereinigung ‚German Road Races‘ hören wir Ähnliches von Veranstaltern anderer Events, die diesen Weg eingeschlagen haben.“
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