KI greift Ziele im Team an

Briten erproben Drohnen mit Schwarmintelligenz

04.05.2026 – 14:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Testflug der Applied Intuition: Eine der Drohnen steuert auf ein Ziel im Feld darunter zu.Vergrößern des Bildes

Testflug der Applied Intuition: Eine der Drohnen steuert auf ein Ziel im Feld darunter zu. (Quelle: Applied Intuition UK)

Großbritannien testet KI-gesteuerte Drohnenschwärme. Die Technologie gilt als Schlüssel für künftige Kriegsführung – wirft aber auch Fragen auf.

Großbritannien hat erstmals seine neue Technologie für Drohnenschwärme demonstriert und dabei Angriffe auf einen Panzer, der auch häufig von der russischen Armee gebraucht wird, simuliert. Die KI-gesteuerten Drohnen arbeiten mit einer Art Schwarmintelligenz, genannt „hive mind“. Sie scannen ihre Umgebung, um Ziele zu identifizieren und anzugreifen. Die Technologie wurde innerhalb von nur vier Monaten von einer Gruppe britischer Rüstungsunternehmen entwickelt und könnte schon bald in den Streitkräften eingesetzt werden.

Das Ganze ist Teil eines Vorstoßes des britischen Verteidigungsministeriums, mit dem versucht wird, mit der sich rasant entwickelnden Drohnentechnologie Schritt zu halten. „Das ist die Richtung, in die es geht“, sagte Guy Hennings Haahr, Leiter für Landsysteme bei Applied Intuition UK, das die Software entwickelt hat, der „Daily Mail“. „Wir müssen eine hohe Schlagkraft in der Masse erreichen und vor allem Soldaten aus den verwundbaren Bereichen des Schlachtfelds heraushalten.“

Drohnen werden an den Frontlinien in Osteuropa regelmäßig eingesetzt, die Ukraine gilt als führend in diesem Segment. „Was beängstigend ist, ist das Tempo der Entwicklung und das, was unsere Gegner demonstrieren“, sagte Haahr der „Daily Mail“ weiter. Laut verschiedener Quellen sind Drohnen zeitweise für mehr als 90 Prozent der Zerstörung während des Krieges verantwortlich.

Bei der Vorführung Ende April starteten acht Quadrocopter in Monmouthshire. Zwei demonstrierten die Zielerfassung zweier modellierter Ziele in Form eines gepanzerten Mannschaftstransportfahrzeugs vom Typ BTR-80 sowie eines Raketenwerfers und einer Nachbildung des T-90-Kampfpanzers. Nachdem sie die Ziele identifiziert hatten, informierten die Drohnen ihre Bediener, die die Situation auf Bildschirmen in einem nahegelegenen Truck verfolgten – und schließlich die Freigabe zum Angriff erteilten. Wie der „Telegraph“ berichtet, wurden die Drohnen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Südwales getestet.

Künftig soll die Software ganze Schwärme von Drohnen steuern können. Die Drohnen sammeln Informationen über ihre Umgebung, tauschen diese untereinander aus und handeln auf dieser Basis.

Nach internationalem Recht ist jedoch weiterhin eine menschliche Freigabe erforderlich, um möglicherweise tödliche Gewalt einzusetzen. Applied Intuition betont, dass dies auch so bleiben soll.