Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Putins Tanker „Jin Hui“ – Kapitän festgenommen
Aktualisiert am 05.05.2026 – 01:53 UhrLesedauer: 6 Min.
Der Tanker „Jin Hui“ vor der schwedischen Küste. (Quelle: Johan Nilsson / TT/Reuters)
Russland verliert im April 116 Quadratkilometer an Territorium. Putin und Selenskyj verkünden jeweils Waffenruhe. Alle Entwicklungen im Newsblog.
In Schweden ist der Kapitän eines am Sonntag gestoppten und mutmaßlich zur russischen Schattenflotte zählenden Schiffes festgenommen worden. Der chinesische Kapitän der unter syrischer Flagge fahrenden „Jin Hui“ sei wegen der „mutmaßlichen Verwendung falscher Dokumente“ und Verletzung des schwedischen Seerechts festgenommen worden, teilte die schwedische Staatsanwaltschaft am Montag mit. Auch sei wegen des Falls Kontakt zu „anderen Behörden und Ländern“ aufgenommen worden.
Die „Jin Hui“ war laut dem schwedischen Verteidigungsministerium am Sonntag vor der südschwedischen Hafenstadt Trelleborg in schwedischen Gewässern gestoppt worden. Die Küstenwache erklärte, das 182 Meter lange Schiff sei unter syrischer Flagge unterwegs gewesen und habe „wahrscheinlich“ keinerlei Fracht an Bord gehabt. „Sein Ziel ist unbekannt“, hieß es weiter. Laut Küstenwache wurden Vorermittlungen wegen Seeuntüchtigkeit des Schiffes eingeleitet, zusätzlich wurde der Vorwurf unzureichenden Versicherungsschutzes erhoben.
Die Zahl der Toten und Verletzten bei einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Merefa am Montagvormittag ist stark gestiegen. Nach ukrainischen Angaben wurden bei dem Angriff auf die Stadt in der Region Charkiw sieben Menschen getötet. Mehr als 30 Menschen seien verletzt worden, darunter ein zweijähriger Junge, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. „Der Einschlag war von großer Wucht, im Zentrum der Stadt, praktisch mitten auf den Straßen“, schreibt Synjehubow. Mindestens zehn Häuser, ein Verwaltungsgebäude, vier Geschäfte und eine Autowerkstatt seien beschädigt worden.
Russland und die Ukraine haben für die laufende Woche Feuerpausen angekündigt, diese aber nicht abgestimmt. Der russische Präsident Wladimir Putin habe für den
8. und 9. Mai eine zweitägige Waffenruhe angeordnet, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Montag mit. Anlass sei der Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Das Ministerium erklärte, es erwarte, dass sich die ukrainische Seite der Feuerpause anschließe. Sollte die Ukraine jedoch versuchen, die Feierlichkeiten zum Tag des Sieges zu stören, werde die Kiewer Innenstadt massiv angegriffen. Bislang habe man aus humanitären Gründen von solchen Maßnahmen abgesehen.
Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte eine Feuerpause an. Diese solle am kommenden Mittwoch beginnen, teilte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Russland habe auf die Forderungen der Regierung in Kiew nach einer Feuerpause bislang nicht reagiert. Die Ukraine werde dennoch das Feuer einstellen, da „menschliches Leben unvergleichlich wertvoller ist als die ‚Feier‘ irgendeines Jahrestages“.
