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Dresden – Es war die goldigste Nachricht des Jahres: Ein Gemeindemitarbeiter hatte in einem Vorort von Dresden 10 Gold-Barren beim Rasenmähen am Regenrückhaltebecken gefunden. Monatelange suchte die Polizei nach dem rechtmäßigen Besitzer, doch es konnte niemand ausfindig gemacht werden. Jetzt gibt es im Ort Bannewitz einen Gold-Regen.

Im Oktober 2025 waren die Goldbarren auf einer Wiese an einer kleinen Straße in Bannewitz (11.000 Einwohner) im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge entdeckt worden. Bürgermeister Heiko Wersig (43, parteilos) zu BILD: „Es sah aus wie ein Fächerwurf, so wie das Gold verteilt war – möglicherweise geschah es aus dem Fenster eines Autos.“

37 vermeintliche GoldbesitzerSo wurden die Goldbarren auf der Wiese in Bannewitz (Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) gefunden

So wurden die Goldbarren auf der Wiese in Bannewitz (Landkreis Sächsische Schweiz – Osterzgebirge) gefunden

Foto: Stadtverwaltung Bannewitz

Ehrlich wie das Dorf ist, übergab die Gold-Gemeinde der PolizeiSachsen die Barren. Monatelang suchten die Ermittler den Eigentümer. Nachdem BILD über den Schatzfund berichtet hatte, meldeten sich zahlreiche vermeintliche Besitzer – 35 aus Deutschland und zwei aus dem Ausland. Polizeisprecher Thomas Geithner (52) zu BILD: „Keiner konnte den Nachweis erbringen, der rechtmäßige Eigentümer zu sein.“ Denn: Die Heraeus-Barren (je 1 Unze, 999,9 Feingold) sind in Blisterverpackungen verschweißt, darauf sind individuelle Nummern eingeprägt.

Bürgermeister Heiko Wersig (43, parteilos) zeigt die Fundstelle des Goldes

Bürgermeister Heiko Wersig (43, parteilos) zeigt die Fundstelle des Goldes

Foto: Dirk Sukow

Gemeinde bekommt Gold nach Fundrecht

Nun holte Geithner das Gold aus dem Polizei-Tresor. Nach Fundrecht gehen die Barren nach sechs Monaten an den Finder. Bannewitz hatte sich mit ihrem Mitarbeiter geeinigt, dass das Gold an Bannewitz geht, da er es bei der Gemeindearbeit gefunden hatte. Doch Bürgermeister Wersig wollte damit keine Haushaltslöcher stopfen. Der Gemeinderat beschloss, den Gold-Erlös unter 30 Vereinen im Dorf (u.a. Feuerwehrverein, Karnevalsclub) aufzuteilen. So kann z.B. der Förderverein der Oberschule ein Sonnensegel anschaffen. Wersig: „Mit dem unerwarteten Gold-Regen können kleine, aber wichtige Dinge gekauft werden, für die sonst meist kein Geld da wäre.“

Mehr zum ThemaSchatz sofort in Geld umgewandelt

Damit das Dorf nicht noch den Gold-Schatz bewachen muss, bat der Bürgermeister den Ersten Hauptkommissar, Thomas Geithner, die Barren bei der Ostsächsischen Sparkasse in Dresden vorbeizubringen. Hier wurde das Gold noch einmal auf Echtheit geprüft. Wersig: „Drei Vereine teilen sich eine Unze.“ Sie bekamen den Schatz sofort in Bargeld umgewandelt. Laut Sparkasse hat jede Unze zum heutigen Tag einen Ankaufswert von 3795 Euro.