Ausflugstipp in Dresden
Auf einem Rundweg um die Wolfshügel in der Heide
Aktualisiert am 04.05.2026 – 13:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Blick vom Wolfshügel in der Dresdner Heide auf die Stadt (Archivbild): Hier stand mal ein großer Aussichtsturm. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Gunar Streu/imago)
Für einen Ausflug im Mai müssen Dresdner nicht weit fahren: Rund um die Heide gibt es zahlreiche Erhebungen – mit einem ungewöhnlichen Namen.
Am östlichen Rand des Albertparks recken sich mehrere dicht bewachsene Hügel in die Höhe. Die sogenannten Wolfshügel bieten nicht nur einen Panorama-Blick über die Landeshauptstadt, sondern erzählen auch eine bewegte Geschichte.
Denn der Name lässt sich auf Hetzjagden zurückführen, die im 17. Jahrhundert dort veranstaltet wurden. Dabei wurden Wolfsgruben gegraben, die mit Ködern für die Tiere versehen waren. Bis 1648 fand die Jagd dort statt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts regte eine Ortsgruppe den Bau eines Aussichtsturms auf einem der Hügel an. Wenig später stand der rund 4,30 Meter hohe Turm dort – und erlangte schnell eine große Beliebtheit. Doch ganz stabil wurde er nicht gebaut, denn nach wenigen Jahren musste ein Gerüst den Turm halten.
Im Jahr 1911 entschied die Stadt, einen neuen Turm aus massivem Eisenbeton bauen zu lassen. Die Leitung dafür übernahm der berühmte Architekt Hans Erlwein. Um die schweren Bauteile mitten in die Dresdner Heide zu bringen, wurde eine Fahrbahn angelegt.
Doch lange stand der Turm nach der Eröffnung nicht: Während des Zweiten Weltkriegs nutzte die Wehrmacht das Bauwerk. Im Jahr 1945 sprengten die SS-Männer den Turm, damit die sowjetischen Truppen ihn nicht als Beobachtungsstützpunkt nutzen konnten.
Zurückgeblieben ist nur noch eine Ruine, die bis heute fast unverändert dort zu sehen ist. Ein Dresdner Verein setzt sich seit 2020 für den Wiederaufbau des Turms ein – bislang ohne Erfolg.
Zahlreiche Wanderwege führen dorthin. Am schnellsten ist die Route vom Wanderparkplatz Pillnitz-Moritzburger Weg über den Eisenbornbach und den Wolfshügelweg bis zum Wolfshügel. Dieser Weg ist rund ein Kilometer lang.
Wer etwas länger wandern will, kann auch von der Heidemühle starten und über die Radeberger Landstraße, den Dreibörnerweg, das Kreuz 6 und weiter zum Wolfshügel laufen. Die Strecke beträgt knapp fünf Kilometer.
