Tanken bleibt teuer. Foto: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON
Eigentlich sollte die Spritpreisbremse für spürbare Erleichterung sorgen, doch die Realität an Stuttgarts Tankstellen sieht ernüchternd aus.
Der Frust bei den Autofahrern in der Landeshauptstadt sitzt tief. Die Analyse von 96 Tankstellen im Stadtgebiet und Umland macht deutlich, dass die versprochene Entlastung bei den Verbrauchern kaum ankommt. Zwar suggerieren einzelne Lockangebote eine Entspannung, doch im Durchschnitt bleibt das Preisniveau im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert hoch.
E10 fast flächendeckend über 2 Euro
Von wegen billig: Wer heute Nachmittag durch Stuttgart fährt, sieht an den Preistafeln meist eine „2“ vor dem Komma bei Super E10. Unsere Auswertung zeigt, dass fast 80 Prozent der Tankstellen weiterhin 2 Euro oder mehr für den Liter E10 verlangen. Der Durchschnittspreis liegt mit 2,015 Euro nur minimal unter den Werten der vergangenen Tage.
Die Spitzenreiter bei E10 (Stand 15.33 Uhr)
- AVIA XPress, Neckarwiesenstr. (Stuttgart-Ost) – 2,089 €
- ARAL, Hauptstraße (Leinfelden-Echterdingen) – 2,049 €
Dieselpreise auf hohem Niveau
Auch beim Diesel gibt es keine echte Entspannung. Mit einem Durchschnitt von 2,089 Euro liegt der Kraftstoff für Pendler und Logistiker weiterhin auf einem Niveau, das die Wirtschaft massiv belastet. Während einige Stationen die 2,10-Euro-Marke leicht unterschreiten, schießen andere völlig am Ziel vorbei. Trauriger Spitzenreiter ist auch hier die AVIA XPress in der Neckarwiesenstraße mit unverschämten 2,219 Euro pro Liter Diesel (Stand: 15.33 Uhr).
Wo bleibt der Tankrabatt?
Ein Vergleich mit den Daten der Vorwoche zeigt: Die Spritpreisbremse wird durch die allgemeine Marktdynamik fast vollständig aufgefressen. Nur wer gezielt „Preis-Oasen“ ansteuert, wie etwa die SB-Tankstelle ORLEN Express in Obertürkheim (E10 für 1,949 €), spürt überhaupt einen Unterschied. Der Großteil der Stuttgarter Tankstellen scheint den Preisnachlass nicht in vollem Umfang an die Kunden weiterzugeben.
Augen auf beim Tankstopp
Der Marktcheck entlarvt die vermeintliche Entspannung zumindest zum Teil als Mogelpackung. Stuttgart bleibt ein teures Pflaster für Autofahrer. Ohne Preisvergleich-Apps und den gezielten Umweg zu freien Tankstellen bleibt die Spritpreisbremse für die meisten Stuttgarter lediglich ein schönes Versprechen auf dem Papier.
Hinweis: Die Daten basieren auf einer Momentaufnahme der Preisübermittlung für Montag, den 4. Mai 2026 (Stand: 15:33 Uhr). Kraftstoffpreise sind hochdynamisch und können sich kurzfristig ändern.