Halle. 144 Jahre gibt es das Haller Kreisblatt in diesem Jahr – seit 1882. Damit ist das HK nicht nur die älteste Zeitung im Kreis Gütersloh, sondern obendrein auch die einzige Tageszeitung mit Sitz im Kreis. Und die einzige, die sich auf lokale Berichterstattung konzentriert. Jeden Tag liefern wir aus den fünf Kommunen Halle, Steinhagen, Werther, Borgholzhausen und Versmold die neuesten Ereignisse. Dafür sind wir mit 16 fest angestellten Redakteurinnen und Redakteuren sowie einem großen Team von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz.
Dass wir den Sprung aus der Ära der Handpresse bis ins digitale Zeitalter geschafft haben und unsere Nachrichten nicht mehr nur auf Papier, sondern lange auch im E-Paper, auf der Webseite und diversen Social-Media-Kanälen verbreiten, ist nicht selbstverständlich. Schließlich stehen lokale Medien vor vielfältigen Herausforderungen.
Sie verspüren wirtschaftlichen Druck, kämpfen mit einer veränderten Mediennutzung, und dann gibt es noch die globalen Plattformen, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Behörden, Vereine, Unternehmen, Politiker – alle miteinander informieren mittlerweile auf eigenen Webseiten oder Social-Media-Kanälen. Aber wie objektiv sind diese Nachrichten?
Dafür steht das HK: informieren, Missstände aufdecken, helfen, Vertrauen schaffen
Nicole Donath, Redaktionsleiterin des Haller Kreisblatts
| © Sarah Jonek
An dieser Stelle kommt die Lokalzeitung ins Spiel: Unsere Aufgabe beim HK ist eine qualitativ hochwertige Berichterstattung; es geht darum, die Bürgerinnen und Bürger zu informieren, Missstände aufzudecken und eine pluralistische Meinungsbildung zu fördern. Dabei hat sogar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zuletzt festgestellt: „Lokaljournalismus ist nicht einfach nice to have. Er ist eine der Säulen, die die offene Gesellschaft der Demokratie trägt und stabil hält.“
Unsere Region, unser Altkreis Halle, über den wir berichten, ist einmalig: Global Player auf der einen Seite und kleinstädtisches Leben auf der anderen sind vereint. Und alle gemeinsam stellen immer wieder aufs Neue fest, dass die meisten von uns, die wir hier miteinander zu tun haben, sich kennen. Oder zumindest bestimmte Verbindungen haben. Weil sie bereits auf der gleichen Schule waren oder dieselbe Sportart betreiben. Weil sie in der Nachbarschaft wohnen oder die Kinder befreundet sind. Weil man sich auf einer Geburtstagsfeier bei Freunden kennengelernt hat oder zumindest unregelmäßig beim Einkaufen begegnet. Diese Nähe verbindet – und sie schafft ebenso Vertrauen.
Einmal klicken: Hier geht es zum Insta-Kanal des Haller Kreisblatts Manchmal ist ausgerechnet diese Nähe, die das Leben hier ausmacht und besonders ist, für uns als Lokaljournalistinnen und -journalisten schwierig. Aufgrund dieser Nähe erwächst eben immer wieder eine bestimmte Erwartungshaltung, die wir in unserer Rolle als Bekannte, Freunde oder Verwandte gerne erfüllen würden – die allerdings nicht immer mit unserer beruflichen Aufgabe zu vereinbaren ist.
Arbeit von Lokalzeitungen ist jederzeit direkt überprüfbar
Andererseits können sich unsere Leserinnen und Leser immer darauf verlassen, dass wir gerade deshalb stets unser Bestes geben. Dass wir jeden Tag aufs Neue versuchen, das uns entgegengebrachte Vertrauen wertzuschätzen und angemessen mit den Informationen umzugehen, die wir erhalten. Dass wir einordnen, wo im Gegensatz zu überregionaler Berichterstattung im Lokalen Grenzen einzuhalten sind. Dass wir maximal sorgfältig recherchieren müssen, weil jede Nachricht, die wir verbreiten, unmittelbar überprüfbar ist. Und weil bei uns direkt das (private) Telefon klingelt, wenn wir eine falsche Entscheidung getroffen oder nicht ausreichend aufmerksam hingeschaut haben. Und das wollen wir natürlich unbedingt vermeiden.
Bei allem Ehrgeiz und höchsten Ansprüchen, unserer Aufgabe gerecht zu werden, ist allerdings auch klar: Den Weg in die Zukunft schaffen wir nicht alleine – dafür brauchen wir die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Wir brauchen Sie, die diese Zeilen gerade lesen, als Abonnent, als Abonnentin. Früher gab es nahezu keinen Haushalt ohne eine Tageszeitung. Heute ist das alles andere als selbstverständlich. Dabei sind wir die Nachrichtenquellen, auf die Sie sie sich verlassen können. Wir sind hier vor Ort, wir sind ansprechbar, wir kennen einander. Dass wir da sind, ist allerdings nicht selbstverständlich.
In dieser Woche rund um den Tag des Lokaljournalismus nennen wir Ihnen mal sechs Beispiele, warum eine Lokalzeitung relevant ist. An welchen Stellen wir helfen können, wo wir in einer Wächterfunktion agieren, wie wir unterhalten und inspirieren und natürlich immer wieder informieren. Aber natürlich beweisen wir Ihnen auch darüber hinaus jeden Tag aufs Neue, welche Bedeutung eine Lokalzeitung wie das Haller Kreisblatt hat. Während wir jedes unserer Abos als Beitrag zum Demokratieerhalt wertschätzen. Und uns freuen, wenn Sie ein Teil dieser Gemeinschaft sind, werden oder bleiben – ein Teil unserer Heimat.
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