Die BVG meldet für 2025 eine Trendwende bei Zuverlässigkeit, Personal und Ergebnis. Doch viele Fahrgäste bewerten den Nahverkehr weiter kritisch.
Ein Zug der neuen BVG-Baureihe J fährt erstmals mit Fahrgästen auf der U5. Die neuen U-Bahnen sollen die Berliner Großprofilflotte schrittweise erneuern. / © Foto: BUND Berlin / Nicolas Šustr
© Titelbild: Wikimedia Commons, Lennart3003, CC BY 4.0
Die Wahrnehmung könnte kaum weiter auseinanderliegen: Während viele Pendelnde im Alltag weiterhin von langen Wartezeiten, überfüllten Fahrzeugen und dem Eindruck berichten, dass es regelmäßig zu Ausfällen kommt, sieht sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nach schwierigen Jahren auf einem stabileren Kurs und spricht von einer Trendwende.
Als zentrale Fortschritte nennt das Unternehmen eine gestiegene Zuverlässigkeit, eine entspanntere Personallage sowie ein insgesamt verbessertes Jahresergebnis. Besonders bei Bus und Straßenbahn sei die Zuverlässigkeit gestiegen, auch die U-Bahn habe sich seit Beginn der Flottenerneuerung im Herbst verbessert.
BVG-Zuverlässigkeit steigt durch neue Fahrzeuge
Im ersten Quartal 2026 erreichte der Bus laut BVG 99,4 Prozent Zuverlässigkeit, die Straßenbahn 99 Prozent und die U-Bahn 98,6 Prozent. Die Kennzahl beschreibt, wie viele geplante Fahrten tatsächlich stattfinden. Die BVG nennt als Grundlage den Kurs „Stabilität vor Wachstum“, den sie seit Ende 2024 verfolgt.
Ein wichtiger Teil dieser Entwicklung ist die neue U-Bahnflotte. Für die Linien U5 bis U9 sollen 2026 rund 170 neue Wagen hinzukommen. Auch bei den Bussen erneuert die BVG ihren Bestand. Nach 50 neuen Fahrzeugen im vergangenen Jahr sollen bis 2027 weitere 270 Gelenkbusse die E-Flotte erweitern.
Die BVG investierte 2025 mehr als 530 Millionen Euro, fast 50 Prozent mehr als zuvor. 2026 sollen die Investitionen auf mehr als eine Milliarde Euro steigen.
Laut BVG ist besonders bei Bus und Straßenbahn die Zuverlässigkeit gestiegen, / © Foto: depositphotos.com
BVG will 2026 eine ausgeglichene Bilanz
Auch wirtschaftlich meldet die BVG bessere Zahlen. Das Jahresergebnis lag 2025 bei minus 50,2 Millionen Euro. Damit hat sich die Lage nach Unternehmensangaben deutlich verbessert. Für 2026 setzt sich die BVG das Ziel einer ausgeglichenen Bilanz.
Gleichzeitig blieb die Nachfrage hoch: Rund 1,1 Milliarden Fahrgastfahrten entsprechen wieder dem Niveau vor der Corona-Zeit. Die Zahl der Abonnenten blieb mit rund 1,2 Millionen stabil.
BerlinTREND zeigt verhaltene Zufriedenheit mit der BVG
Der Blick auf die Wahrnehmung der Berlinerinnen und Berliner fällt hingegen zurückhaltender aus. Laut BerlinTREND von Infratest dimap im Auftrag des rbb sind 47 Prozent mit dem Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin sehr zufrieden oder zufrieden.
46 Prozent sind jedoch weniger oder gar nicht zufrieden. Die Zahlen zeigen, dass die gemeldete Trendwende der BVG im Alltag nicht überall als solche wahrgenommen wird. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich Verbesserungen in Durchschnittswerten nicht zwingend in den besonders belasteten Stoßzeiten widerspiegeln, in denen Störungen und Überfüllung besonders stark ins Gewicht fallen.
Quellen: BVG, rbb24

