05.05.26 – Das Minenjagdboot „Fulda“ ist am Montagmittag vom Marinestützpunkt in Kiel ins Mittelmeer ausgelaufen (OSTHESSSEN|NEWS berichtete bereits). Dort soll das Schiff zunächst in Bereitschaft bleiben. Ein möglicher späterer Einsatz könnte die Besatzung in den Persischen Golf führen, um in der Straße von Hormus Seeminen aufzuspüren und zu räumen.

Im Dezember war eine Delegation des Minenjagdboots Fulda in der Domstadt. …Archivfoto: O|N/ Rene Kunze

Neben der militärischen Bedeutung des Einsatzes stand beim Auslaufen auch ein besonderer Moment im Mittelpunkt: Die feierliche Verabschiedung mit Gästen, Angehörigen und politischen Vertretern – darunter Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU), der eigens nach Kiel, die Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein, gereist war.

Abschied mit starker Symbolik
„Es war sehr beeindruckend“, äußerte sich Wingenfeld am Montagabend – im Anschluss an die Zeremonie – exklusiv gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Gemeinsam mit fünf weiteren Mitgliedern des Magistrats war der OB einer Einladung der Marine gefolgt, um die Besatzung beim Auslaufen zu begleiten. Für die Stadt Fulda hat das Minenjagdboot eine besondere Bedeutung. Seit 1959 besteht eine enge Patenschaft, die über Jahrzehnte hinweg durch regelmäßige Begegnungen gepflegt wurde. Entsprechend emotional fiel auch der Besuch des Oberbürgermeisters aus.

„Es war sehr beeindruckend“, sagte am Montagabend Wingenfeld im Anschluss an die Zeremonie …Foto: picture alliance/dpa | Marcus Golejewski

„Es war mir eine große Ehre, im Namen der Stadt Fulda zu der Mannschaft und den Angehörigen zu sprechen. Ihr Einsatz für die Freiheit und die Demokratie erfüllt uns mit tiefem Respekt“, betonte Wingenfeld. Er erinnerte an die lange Verbundenheit zwischen Stadt und Besatzung und hob hervor, dass der bevorstehende Einsatz dadurch einen „ganz besonderen Charakter“ erhalte. Im Namen der Stadt wünschte er der Crew „Glück, Gottes Segen und eine gute Heimkehr“.


Musikalischer Rahmen und persönliche Note
Begleitet wurde die Abschiedszeremonie vom Musikkorps der Marine unter der Leitung von Korvettenkapitän Inga Hilsberg. Sie ist in Fulda keine Unbekannte: 2019 leitete sie den Chor beim Bonifatius-Musical auf dem Domplatz. Auch diese Verbindung unterstrich die enge Beziehung zwischen der Stadt und „ihrem“ Schiff.

Gemeinsam mit fünf weiteren Mitgliedern des Magistrats war er der Einladung der Marine …Fotos (2): Privat

„Es war mir eine große Ehre, im Namen der Stadt Fulda zu der Mannschaft und den Angehörigen …

Foto: picture alliance/dpa | Marcus Golejewski

Einsatz in unsicherer Lage
Der mögliche Einsatz in der Straße von Hormus erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Spannungen in der Region. Die Meerenge gilt als eine der wichtigsten Routen für den weltweiten Öl- und Gastransport. Eine Blockade oder Verminung hätte unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und den globalen Handel. Ob die „Fulda“ tatsächlich in den Persischen Golf verlegt wird, hängt jedoch von politischen Entscheidungen ab. Voraussetzung ist ein Mandat des Deutschen Bundestages, das derzeit noch nicht vorliegt. Entscheidend dafür ist unter anderem die weitere Entwicklung der Sicherheitslage.

Ende letzten Jahres war OSTHESSEN|NEWS selbst mit der Besatzung der „Fulda“ auf hoher …

Spezialisten für gefährliche Aufgaben
An Bord des Minenjagdboots befinden sich rund 40 Marinesoldaten, darunter speziell ausgebildete Minentaucher. Sie sind darauf spezialisiert, Seeminen aufzuspüren und unschädlich zu machen. Unterstützt werden sie durch moderne Technik wie ferngesteuerte Unterwasserdrohnen und Sonarsysteme, die den Meeresboden systematisch absuchen.

Ende letzten Jahres war OSTHESSEN|NEWS selbst mit der Besatzung der „Fulda“ auf hoher See unterwegs und hat das Team begleitet. Hier geht es zur Reportage: Adrenalin auf hoher See: Ein Tag auf dem Minenjagdboot Fulda. (Mathias Schmidt) +++