Große Aufregung am Samstagnachmittag im Hamburger Hauptbahnhof: Bahnreisende meldeten der örtlichen Aufsicht gegen 16.23 Uhr, sie hätten in einer S-Bahn eine Person mit einer Schusswaffe gesehen. Der Zug der Linie S3 war kurz zuvor in Richtung Elbbrücken abgefahren. Umgehend wurde die Bundespolizei alarmiert, die einen größeren Polizeieinsatz auslöste.

Auf Anordnung der Bundespolizei wurde die betreffende S-Bahn am S-Bahnhof Elbbrücken gestoppt und auf Gleis 2 angehalten. Mehrere Streifen der Landespolizei Hamburg sowie der Bundespolizei erreichten den Einsatzort unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten. Der Bahnhof Elbbrücken, der Zug sowie das unmittelbare Umfeld wurden anschließend von Beamten in robuster Schutzausstattung abgesucht. Die Polizisten trugen unter anderem Einsatzhelme und Maschinenpistolen – ein Bild, das bei Fahrgästen und Passanten für zusätzliche Verunsicherung sorgte.

Die gesuchte Person konnte wenig später in direkter Nähe des Bahnhofs in der Zweibrückenstraße angetroffen werden. Einsatzkräfte nahmen den Mann fest und fesselten ihn. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten in einer Hosentasche eine Druckluftwaffe, die zum Verschießen von Metallkugeln geeignet ist. Zudem führte der Mann mehrere Gaskartuschen sowie entsprechende Munition mit sich. Nach Angaben der Bundespolizei war die Waffe zum Zeitpunkt der Festnahme nicht geladen.

Keine waffenrechtliche Erlaubnis

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 46-jährigen rumänischen Staatsangehörigen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,09 Promille. Eine waffenrechtliche Erlaubnis konnte der Mann nicht vorweisen. Er wurde zum Bundespolizeirevier am Hamburger Hauptbahnhof gebracht, erkennungsdienstlich behandelt und anschließend entlassen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand bestand zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Bedrohungslage für die Fahrgäste in der S-Bahn. Verletzt wurde niemand. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz eingeleitet, die Druckluftwaffe, die Gaskartuschen sowie die Metallkugeln wurden sichergestellt. Die weitere Sachbearbeitung übernimmt das Landeskriminalamt der Polizei Hamburg.