Die Stadt München plant eine spektakuläre Umgestaltung der im Zentrum verlaufenden Ludwigstraße. Demnach steht nun ein Gewinner des Architektenwettbewerbs fest, welcher über die Neugestaltung des Umbaus der Prachtstraße entscheiden sollte, wie aus dem offiziellen Pressedienst der Landeshauptstadt, der Rathaus Umschau (83/2026), hervorgeht. Es ist unter anderem deutlich mehr Begrünung vorgesehen. Auch für Autofahrerinnen und Autofahrer wird es eine radikale Änderung geben.
Ludwigstraße künftig nur noch zweispurig – statt teils sechs Spuren
Die Jury des Realisierungswettbewerbs habe sich für zwei Landschaftsarchitekturbüros aus Paris entschieden, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Umgestaltung wird im Zuge des geplanten Umbaus des Sperrengeschosses der U-Bahn-Haltestelle Odeonsplatz durchgeführt. Im Anschluss an die Bauarbeiten der Stadtwerke München und der Münchner Verkehrsgesellschaft muss auch die Oberfläche über der Station wiederhergestellt werden.
Was ist nach den Plänen nun vorgesehen? Die bis zu sechs Fahrspuren der Ludwigstraße zwischen Brienner Straße und Oskar-von-Miller-Ring sollen künftig auf nur noch zwei Fahrspuren reduziert werden. Wie es weiter heißt, ergebe sich daraus die Möglichkeit, „die unterschiedlichen Verkehrsarten einschließlich des Busverkehrs im Bereich der südlichen Ludwigstraße neu zu ordnen und Flächen hinzuzugewinnen, zugunsten einer höheren Aufenthalts- und Gestaltungsqualität“.
Umbau der Ludwigstraße: Bauminseln, Schnellradwege, flanierende Menschen
Zahlreiche Bauminseln sollen in der Achse von der Feldherrnhalle bis zur Von-der-Tann-Straße gepflanzt werden, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Der Verkehr soll auf ein Mindestmaß reduziert werden. Geplant ist, dass die verschiedenen Fortbewegungsmittel – vor allem des ÖPNV – integriert werden, von Taxis über Busse bis hin zu Schnellrouten für Fahrradfahrer. Laut dem SZ-Bericht soll jedoch Fußgängern Priorität eingeräumt werden. Auch für die zahlreichen Veranstaltungen auf dem Odeonsplatz und der Prachtstraße soll weiterhin Raum sein. Im weiteren Verlauf der Straße, zwischen der Von-der-Tann-Straße bis zum Geschwister-Scholl-Platz, sollen insgesamt rund 300 Bäume gepflanzt werden.
Als das Baureferat der Stadt für den Gestaltungswettbewerb aufgerufen hatte, sei eines der maßgeblichen Ziele auch eine „klimaverantwortliche Gestaltung mit Begrünung und Entsiegelung“ in dem Bereich zu schaffen, wie es von der Landeshauptstadt heißt. Zwölf renommierte Landschaftsarchitekturbüros aus dem In- und Ausland hatten teilgenommen. Auch Anlieger und andere Interessenvertreter, etwa des Freistaats Bayern oder der Gewerbetreibenden, waren im Vorfeld des Wettbewerbs eingebunden worden.
Wann beginnt die Umgestaltung der Münchner Ludwigstraße?
Die Aufgabenstellung war es nach Stadtangaben, die Ludwigstraße so umzugestalten, dass sie den unterschiedlichsten Interessen und Notwendigkeiten Rechnung trage. So soll sie neben der Klimaanpassung als Flaniermeile für die Münchner Bürgerinnen, Bürger und Gäste einladend sein und zwischen den repräsentativen, historischen Gebäuden einen Aufenthaltsbereich bieten.
Die Jury bestand insgesamt aus acht Fachpreisrichterinnen und sieben Sachpreisrichtern, darunter die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Andrea Gebhard, die den Vorsitz hatte. Der erste Preis ging an die Büros „MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL“ und „PCA-STREAM“ in Paris. Zur Begründung hieß es unter anderem, dass sich die Verfasserinnen des Entwurfs zum Ziel gesetzt hätten, die Ludwigstraße als „großzügigen Raum und städtischen ‚Saalplatz‘ zu gestalten“. „Die Jury schätzt die Idee der trittsteinartig angeordneten, artenreichen Baumhaine, die dem Raum eine gestalterische Ruhe verleihen und zugleich inselartige, schattige und überwiegend unversiegelte Aufenthaltsbereiche schaffen.“
Der Zeitplan für die Umgestaltung steht noch nicht sicher fest. Die Bauarbeiten an der U-Bahn-Station sollen 2028 beginnen und drei bis vier Jahre dauern. Danach könnte auch der Umbau an der Oberfläche beginnen.