Wenn Gemeindestandorte neu entwickelt werden, unterstützt das ImmobilienRaum-Team des Bistums Essen die Pfarreien vor Ort. Fachleute mit einem vielfältigen Immobilien-Know-how vernetzen Investoren, Architekturbüros, Behörden und Pfarreigremien. Im Fokus steht dabei nicht nur das einzelne Gebäude, sondern das gesamte Quartier.

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Landmarke mit neuer Funktion: In der ehemaligen Gemeindekirche St. Theresia in Essen-Stadtwald haben heute eine moderne Kirche, attraktive Gemeinderäume, der Kulturort Theresia und eine moderne Kapelle Platz. Foto: Achim Pohl | Bistum Essen

Wenn Susanne Scholz und Christina Hüls im Ruhrgebiet und im Märkischen Sauerland unterwegs sind, könnten sie dort ganz spezielle Stadtführungen anbieten: Herausragende Kultur, spektakuläres Wohnen – oder besonders günstiges –, ungewöhnliche Gastronomie, innovative Kitas, Seniorenzentren, Schulen, Sport- und Verwaltungseinrichtungen… Die Architektin und die Stadtplanerin hätten dabei dutzende Beispiele parat – allesamt Projekte, die in den vergangenen rund 15 Jahren in ehemaligen katholischen Kirchen entstanden sind.

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Scholz und Hüls gehören zum achtköpfigen Team des ImmobilienRaums im Bistum Essen. Diese Abteilung mit Fachleuten aus allen Bereichen der Immobilienentwicklung unterstützt Pfarreien im Ruhrbistum, wenn diese Kirchen oder andere bislang für die Seelsorge genutzte Gebäude verkaufen möchten. Das bundesweit einzigartige Know-how kommt dabei nicht nur den Pfarreien zugute, sondern auch Kommunen und Unternehmen der Immobilienwirtschaft. Deshalb präsentieren Scholz und Hüls den ImmobilienRaum des Ruhrbistums auch außerhalb der Kirche – zum Beispiel in dieser Woche auf der Messe „Polis-Convention“ (6. und 7. Mai, Düsseldorf) und Mitte Juni beim „planer:in_netzwerk“-Treffen des Regionalverbands Ruhr. „Wir haben das, was im Ruhrgebiet viele suchen: freie Flächen in herausragenden Lagen“, sagt Hüls. Und Scholz ergänzt: „Unsere Kirchen liegen immer am perfekten Ort.

Es geht nicht nur um Kirchen


Früher Kirche, heute Konzertsaal-Foyer: Die ehemalige St.-Marien-Kirche am Bochumer Bermudadreieck ist heute die Eingangshalle zum Anneliese-Brost-Musikforum. Foto. Lutz Leitmann | Stadt Bochum

Dabei geht es den beiden Immobilienexpertinnen gar nicht nur um Kirchen, betonen sie. Klar, ehemalige Gotteshäuser, wie die St. Marien-Kirche, die heute das Foyer des Bochumer Musikforums ist, oder St. Theresia in Essen, in die eine KiTa und ein Kulturort eingezogen sind, seien Hingucker, die immer eine spannende Geschichte erzählen würden. Und natürlich sei die Umnutzung eines Gotteshauses mit kirchenrechtlichen Vorgaben stets eine besondere Herausforderung. „Aber es geht uns nicht nur um Baukultur“, betont Hüls. „Wir denken immer in Liegenschaften.“ Häufig gehörten zu einem Standort neben der Kirche auch Gemeindeheim, Kita, Pfarrhaus und weitere Gebäude – oft auf zentral gelegenen, gut erschlossenen Flächen in dicht bebauten Stadtteilen. Meistens wolle die Pfarrei einen Teil der Gebäude weiterhin selbst nutzen.

Das Motto des ImmobilienRaum-Teams: „Wertvolle Orte gemeinsam entwickeln“

Deshalb gehe es bei ihrer Arbeit nicht nur um kreative Architektur und kaufmännisches Rechnen und Vermarkten, sondern vor allem um das Moderieren und Vernetzen von haupt- und ehrenamtlichen Gremienvertretungen der Pfarrei, möglichen Investorinnen und Investoren, städtischen Behörden – und der Nachbarschaft. „Wertvolle Orte gemeinsam entwickeln“ lautet das Motto des ImmobilienRaums. Und dies gelte eben nicht nur für die betroffene Pfarrei und mögliche künftige Eigentümer, sondern immer auch für die Umgebung. „Die Wirkung einer Immobilienentwicklung auf das gesamte Quartier ist unseren Pfarreien besonders wichtig“, sagt Hüls.

Viel Erfahrung mit der Umnutzung von Kirchenstandorten


Wohnen in und neben der denkmalgeschützten 20er-Jahre-Kirche: In und um St. Marien in Essen-Steele-Rott sind mitten in einem dicht bebauten Quartier zahlreiche, sehr vielfältige neue Wohnugen entstanden. Foto: Achim Pohl | Bistum Essen

Dass gerade das Bistum Essen professionelle Immobilienfachleute beschäftigt und eine jahrzehntelange Erfahrung mit der Umnutzung von kirchlichen Immobilien hat, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen gab es nach der Gründung des Bistums 1958 einen großen Kirchbau-Boom, zum anderen zählt das Bistum Essen – auch wegen der Strukturschwäche der Region – zu den finanziell schwächeren. „Außerdem ist für uns im Ruhrgebiet Transformation nichts Neues“, nennt Scholz einen dritten Aspekt, „Strukturwandel haben wir in der DNA.“ Das zeige sich insbesondere in der Veränderungsbereitschaft der Pfarreien. Hätten sich die Gremien einmal dafür entschieden, einen Standort für eine neue Nutzung freizugeben, gebe es insbesondere bei Kirchen natürlich viel Trauer und Abschiedsschmerz, sagt Hüls. „Oft ist das Engagement für eine neue Lösung, die dem ganzen Stadtteil dient, aber deutlich größer.“

Gesucht: Investoren mit langem Atem und Lust auf kreative Lösungen

Weitere Infos und Kontakt

Mehr Infos zum ImmobilienRaum gibt es über die Website www.ImmobilienRaum.ruhr. Das Team ist zudem über LinkedIn erreichbar: www.linkedin.com/showcase/immobilienraum/ 

Solche Entwicklungen brauchen Partner, die Lust auf kreative Lösungen und einen langen Atem haben. „Wer einen schnellen Euro machen will, ist bei uns falsch“, so Hüls. Drei bis sieben Jahre dauere im Schnitt die Entwicklung eines Kirchen-Standorts. Hinzu kommen derzeit denkbar schlechte Rahmenbedingungen bei Bau- und Finanzierungskosten sowie bei der Bürokratie. „Trotzdem schließen wir Projekte ab und freuen uns über deren Umsetzung“, betont Scholz und ergänzt: „Auch Denkmalschutz ist kein Kriterium, das uns aus der Bahn wirft.“ Bewusst beteiligt sich der ImmobilienRaum in diesem Jahr verstärkt an Kongressen und anderen Netzwerktreffen. „Wir brauchen für unsere Projekte Investorinnen und Investoren – viele kennen unser Angebot noch gar nicht“, sagt Hüls. Das verwundert, schon angesichts der Größe dieses Angebots: Über 100 verschiedene Umnutzungsprojekte zwischen Duisburg, Bochum und Plettenberg hat das ImmobilienRaum-Team derzeit in der Pipeline.

Referentin für die Umnutzung kirchlicher Immobilien – Essen

Christina Hüls

Zwölfling 16
45127 Essen

Referentin für die Umnutzung kirchlicher Immobilien – Altena-Lüdenscheid, Bochum und Wattenscheid, Hattingen-Schwelm

Susanne Scholz

Zwölfling 16
45217 Essen