ESSEN. Das Museum Folkwang präsentiert von Freitag, 8. Mai bis Sonntag, 21. Juni, in der Reihe 6 ½ Wochen, Arbeiten der Künstlerin Mia Sanchez. In ihren Werken beschäftigt sich Sanchez mit der Frage, wie wir Dinge erkennen und ordnen, und wie persönliche Erfahrungen mit standardisierten Bildern und Objekten zusammenhängen. Die Eröffnung findet am Freitag, 8. Mai um 18.30 Uhr, in Anwesenheit der Künstlerin statt.
In der Ausstellung Musterschülerin setzt sich Mia Sanchez mit gesellschaftlichen Regeln und Strukturen aus dem privaten und öffentlichen Leben auseinander. In ihrer Werkserie Recognition Pattern (2025/2026) zeigt sie großformatige Siebdrucke von Kleidungsstücken. Diesen Arbeiten stellt sie Skulpturen aus ihrer fortlaufenden Serie Schauplätze (2023) gegenüber. Es handelt sich um verkleinerte Nachbildungen von Alltagsobjekten wie Parkbänken, Spielgeräten oder Satellitenschüsseln aus dem Stadtraum. In den Arbeiten von Sanchez tragen diese Formen verborgene Codes und Muster in sich, durch die sie ihre eigenen Geschichten und Bedeutungen entfalten.
Für die Serie Recognition Patterns registriert Mia Sanchez verschiedene Kleidungsstücke aus ihrem erweiterten sozialen Umfeld auf einer Kleiderboxstange, fotografiert sie im Profil und als Frontalaufnahme und überträgt diese räumliche Anordnung per Collage und Siebdruck auf Leinwand.
Die aufgereihten Hosen, Hemden, Jacken und Pullover hier, das Hervorheben eines einzelnen Kleidungsstücks dort, suggerieren mögliche Charakterzuschreibungen und persönlichen modischen Stil. Sanchez spricht davon, dass wir „Zeichen nutzen, um zu erkennen und erkannt zu werden. Dabei reproduzieren wir ebenso Symbole und Gesten von Autorität und Hierarchie“. Kleidung wird zur sozialen Sprache.
In der Werkgruppe Schauplätze richtet Mia Sanchez ihren Blick auf den Stadtraum und die Objekte, die sich darin befinden, sowohl bewusst platzierte als auch solche, die eher zufällig erscheinen. Die ausgewählten Objekte stammen aus Städten, in denen die Künstlerin selbst gelebt hat, und sind dadurch eng mit ihren eigenen Erfahrungen verbunden. Zu sehen sind unter anderem verkleinerte Modelle bekannter Objekte wie die Spielskulptur Lozziwurm von Yvan Pestalozzi oder die La-Strada-Bank, die in Städten wie Basel und Wien zum standardisierten Stadtmobiliar gehört.
Mia Sanchez ( geboren 1988 in Sevilla) lebt und arbeitet in Basel; sie studierte an der Hochschule der Künste in Bern (HKB), war Gaststudentin an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (HfbK) und schloss ihren Master Fine Arts am Institut Kunst Basel (FHNW) ab. Ihre Arbeiten wurden international in renommierten Institutionen gezeigt und vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Kiefer-Hablitzel-Preis (2018) und den Swiss Art Awards (2022; 2025); zuletzt war sie Stipendiatin am Istituto Svizzero in Rom (2023/24) und ist seit 2015 Mitinitiatorin des Offspace Riverside. Das Ausstellungsformat 6 ½ Wochen basiert auf kurzfristiger Planung und bietet jungen Kunstschaffenden die Möglichkeit, ihre Werke im Museum Folkwang zu präsentieren. Es bietet Platz für künstlerische und kuratorische Experimente.Weitere Informationen unter www.museum-folkwang.de.