Jüngste Neuzugänge kommen aus Japan, Taiwan und den USA
Dresden, 05.05.26. Der Sogeffekt durch die TSMC-Ansiedlung in Sachsen hält an: Die „ESMC“-Chipfabrik, die die Taiwanesen derzeit gemeinsam mit Bosch, Infineon und NXP im Dresdner Norden bauen, hat inzwischen auch Mitutoyo aus Japan, Marketech International aus Taiwan und Elemental Scientific aus den USA ins Herz des „Silicon Saxony“ gelockt. Das haben die städtischen Wirtschaftsförderer heute mitgeteilt.
Steffen Rietzschel. Foto: Heiko weckbrodt
„Dresden hat spätestens mit der Ansiedlung von ESMC eine Größe und Bedeutung erreicht, an der kaum ein internationales Hightechunternehmen vorbeikommt.“
Amtsleiter Steffen Rietzschel von der Wirtschaftsförderung Dresden
„Der Standort Dresden wächst in wichtigen Zukunftsbranchen wie der Mikroelektronik“, freut sich daher Wirtschaftsbürgermeister Jan Pratzka (CDU). „Dass global agierende Unternehmen hier investieren beweist, dass eine dauerhafte Niederlassung in Dresden mittlerweile als absolut notwendig betrachtet wird.“ Der Standort habe durch die milliardenschwere Großinvestition enorm an Reputation und Gewicht in der internationalen Halbleiterszene gewonnen, ergänzt Wirtschaftsförderungs-Amtsleiter Steffen Rietzschel: „Der Standort Dresden hat spätestens mit der Ansiedlung von ESMC eine Größe und Bedeutung erreicht, an der kaum ein internationales Hightechunternehmen vorbeikommt.“
Air Liquide, Murata & Co.: Taiwan-Coup löst erhebliche Folgeinvestionen im Cluster aus
Die Entscheidung des weltweit größten Chipherstellers TSMC, seine erste europäische Chipfabrik in Dresden zu bauen, hat bereits eine Welle von Folgeinvestitionen und -ansiedlungen im Großraum Dresden nach sich gezogen: Air Liquide baut seine Präsenz massiv aus, Sachsenkälte hat eine neue Fabrik in ESMC-Nähe gebaut, neu oder erneut angesiedelt haben sich unter anderem die Chipfabrik-Ausrüster Murata aus Japan samt dem Partner „Insecotec“, außerdem „Exyte“ aus Schwaben, die Automatisierungsfirmen „Innowave“ aus Singapur und SMC aus Japan sowie andere Hightech-Firmen. Auch für die schwächelnden Wirtschaftsbranchen der Region, insbesondere auch die Handwerkerschaft im Raum Dresden, wirkt die TSMC-ESMC-Ansiedlung stützend in der Krise. „Das Handwerk profitiert von den jüngsten Industrieinvestitionen in Dresden“, betont Handwerkskammer Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski auf Oiger-Anfrage. „Das geht bis hin zum Malermeister, der den Reinraum in der Chipfabrik beschichtet.“
„Die Ansiedlung von ESMC und die Investitionen weiterer Halbleiterhersteller befördern den Standort international in eine andere Liga.“
Geschäftsführer Wolfgang Zeller von Mitutoyo Deutschland
Die jüngsten Hightech-Neuzugänge dürften nicht nur für Steuereinnahmen, Jobs und Umfeldaufträge sorgen, sondern verdichten auch die Wertschöpfungskette der Dresdner Mikroelektronik. Mitutoyo beispielsweise gilt den städtischen Wirtschaftsförderern als Weltmarktführer in der Präzisions-Längenmesstechnik. Die Japaner wollen nun im Technologiezentrum Dresden-Süd ein Messtechnik-Kompetenz-Center für die Halbleiter- und Elektroindustrie etablieren. „Wir sind bereits seit Längerem in Dresden aktiv“, betont Wolfgang Zeller, der Geschäftsführer der Mitutoyo Deutschland. „Die Ansiedlung von ESMC und die Investitionen weiterer Halbleiterhersteller befördern den Standort international in eine andere Liga. Daher wollen wir nun auch vor Ort in Dresden unsere Kunden unterstützen.“ Marketech International wiederum ist auf Automatisierungslösungen in der Mikroelektronik-Industrie spezialisiert. Und „Elemental Scientific“ fokussiert sich als Chipfabrik-Zulieferer auf die Laborautomatisierung.
Weitere Investitionen in Sachsen erwartet
Viele Branchenbeobachter rechnen damit, dass es nicht dabei bleibt. Insbesondere die staatliche „Wirtschaftsförderung Sachsen“ hofft darauf, dass TSMC noch einige seiner „Leib- und Magen-Zulieferer“ aus Taiwan mit nach Sachsen ziehen wird. Außerdem will der Freistaat auch Schlüsselkompetenzen für Chipdesign und Chip-Endmontage im „Silicon Saxony“ etablieren. Nicht zuletzt bemühen sich die Sachsen auch um weitere Elekronik-Großansiedlungen – womöglich auch für den Großraum Leipzig oder das autokrisen-gebeutelte Erzgebirge.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Wifö DD, Oiger-Archiv, Handwerkskammer DD

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