Auch 2027 wird es ein „Oldtimer und Traktoren Treffen“ in Jarmen geben und das wieder ohne irgendeinen Eintritt. So jedenfalls kündigte es Cheforganisator Jürgen Mattutat kurz nach der diesjährigen Auflage im Gespräch mit dem Nordkurier an.

Empfohlene Artikel

Mehr als 300 historische Fahrzeuge ausgestellt

Schließlich wusste die Veranstaltung mit Tausenden zufriedenen Gästen und guter Laune, besten Geschäften und Sonnenschein pur sowie jeder Menge poliertem Blech und Chrom zu glänzen. Und entfaltete sich um die mehr als 300 historischen Fahrzeuge auf und neben dem Schützenplatz herum zu einem großen Volksfest für alle Generationen.

Seit 2023 organisiert Jürgen Mattutat das „Oldtimer und Traktoren Treffen“ in Jarmen und plant schon für die 5. Auflage im nächsten Jahr.Bild vergrößern

Seit 2023 organisiert Jürgen Mattutat das „Oldtimer und Traktoren Treffen“ in Jarmen und plant schon für die 5. Auflage im nächsten Jahr. (Foto: Stefan Hoeft)

Die Veranstaltung war 2023 aus der bereits zu DDR-Zeiten begründeten Tradition des „Jarmener Motorenanlassens“ entstanden und gilt mittlerweile für viele Oldtimer-Freunde der Region als fester Termin in ihrem Kalender. Ob es an diesem 1. Mai einen neuen Besucherrekord gab, lässt sich schwer sagen, doch Jürgen Mattutat geht von mindestens zwischen 3000 und 4000 Leuten aus.

Selbst am Hafen war zeitweise alles zugeparkt

Fakt ist, dass zeitweise weder in den Nachbarstraßen noch auf den in der Nähe befindlichen Supermarkt-Parkplätzen freie Abstellflächen für die mit „normalen“ Autos angerückten Gäste frei blieben. Ganz zu schweigen vom als Alternative empfohlenen Hafengelände. Es herrschte bis in den Nachmittag hinein ein reges Kommen und Gehen, was Publikum und Aussteller betraf.

Auch bei den Zweirädern herrschte ein ständiges Kommen und Gehen beziehungsweise Rollen.Bild vergrößern

Auch bei den Zweirädern herrschte ein ständiges Kommen und Gehen beziehungsweise Rollen. (Foto: Stefan Hoeft)

„Während heute vieles nach wenigen Jahren ersetzt wird, stehen hier Menschen, die erhalten statt wegwerfen. Die schrauben, tüfteln, pflegen und mit erstaunlicher Geduld etwas am Leben halten, das längst Geschichte sein könnte“, erklärte Jarmens Pastor Arnold Pett in seiner Andacht zur offiziellen Eröffnung. Die wie eine Liebeserklärung an die Oldtimer klang.

„Ein Oldtimer fährt nicht einfach nur“

Schließlich knattern und rumpeln sie zwar, riechen nach Öl und Vergangenheit und brauchen manchmal mehr Aufmerksamkeit als manche Zimmerpflanze, so der Seelsorger. „Aber genau das macht ihren Charme aus. Ein Oldtimer fährt nicht einfach nur, er erzählt Geschichten. Von ersten Ausfahrten, von Urlauben und langen Schrauber-Abenden in der Garage. Von kleinen Pannen und großen Abenteuern.“

Wenn mal Hilfe beim Anschieben benötigt wurde, war die schnell da.Bild vergrößern

Wenn mal Hilfe beim Anschieben benötigt wurde, war die schnell da. (Foto: Stefan Hoeft)

In gewisser Weise würden sich viele Menschen in diesen motorisierten Schätzchen wiederfinden, so der Pastor. „So ist es doch auch bei uns Menschen, nicht perfekt, nicht ohne Macken und Gebrauchsspuren, aber voller Geschichten, Erfahrungen und Leben.“

Ein Hobby, das für Entschleunigung sorgt

Er verwies überdies auf die Entschleunigung, für die so ein Hobby sorgt, obwohl zum Auto natürlich ein Tachometer gehört. Niemand setze sich in einen alten Wartburg oder Trabi, um möglichst schnell irgendwo anzukommen. „Der Weg gehört dazu. Das Unterwegssein. Das gemeinsame Erleben.“

Zum Rahmenprogramm gehörten auch Auftritte der Tanzgruppen des in Völschow ansässigen Vereins „Dance Revolution e.V.“, die noch zusätzliches Publikum anzogen.Bild vergrößern

Zum Rahmenprogramm gehörten auch Auftritte der Tanzgruppen des in Völschow ansässigen Vereins „Dance Revolution e.V.“, die noch zusätzliches Publikum anzogen. (Foto: Stefan Hoeft)

Wohl wissend, dass auch bei diesem vorpommerschen Oldtimer-Treffen Technik aus den Produktionsstätten der DDR die klare Oberhand behielt – vom Moped über Autos und Lkw bis zu den Traktoren. Ergänzt um so manches Modell aus den sozialistischen „Bruderländern“.

Legendärer Sowjetschlepper war nicht zu überhören

Mächtigster Vertreter war auf dem Schützenplatz ein sowjetischer 13-Tonnen-Gigant mit Knicklenkung und dem Spitznamen Kasimir: Der legendäre K-700A aus den Leningrader Kirow-Werken, der immer wieder bewundernde Blicke auf sich zog. Erst recht, wenn sein so gefräßiger Dieselmotor aufröhrte.

Schlepper-Gigant aus sowjetischer Produktion mit fast 13 Tonnen Leergewicht: Der „Kasimir“ aus Leningrad zog viele Blicke auf sich.Bild vergrößern

Schlepper-Gigant aus sowjetischer Produktion mit fast 13 Tonnen Leergewicht: Der „Kasimir“ aus Leningrad zog viele Blicke auf sich. (Foto: Stefan Hoeft)

Doch auch die Zweiräder, denen der Aldi-Parkplatz reserviert blieb, waren nicht zu überhören. Zumal ihre Anzahl gegenüber 2025 noch einmal um geschätzt ein Drittel zulegte. Den „Westautos“ hingegen war vor allem der ehemalige Verkehrsgarten zugewiesen.

Lange Schlangen vor den Ständen

„Es sind wesentlich mehr Gäste da gewesen als im vergangenen Jahr“, resümierte Jürgen Mattutat. Nicht umsonst sei so manches Gericht und Getränk schon kurz nach der Mittagszeit ausverkauft gewesen, bildeten sich lange Schlangen vor den Ständen.

Vom Grill bis zur Gulaschkanone: Die Freiwillige Feuerwehr beziehungsweise ihr Förderverein mischten wieder kräftig beim Catering mit.Bild vergrößern

Vom Grill bis zur Gulaschkanone: Die Freiwillige Feuerwehr beziehungsweise ihr Förderverein mischten wieder kräftig beim Catering mit. (Foto: Stefan Hoeft)

Vor allem die Freiwillige Feuerwehr stach beim Catering hervor, servierte neben Bratwurst mit Pommes auch Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone und sogar ein Wildschwein vom Spieß. Nicht zu vergessen das erstmals öffentlich ausgeschenkte neue Jarmener Bier „Des Bibers Helles“.

Empfohlene Artikel

Besonderer Dank an die Feuerwehrleute

Dass die Kameraden und Kameradinnen für das Gros der Oldtimer-Besitzer erneut ein kostenloses Essen zur Verfügung stellten und weder die Fahrer noch das Publikum eine Gebühr beziehungsweise Eintritt berappen müssen, sieht der Cheforganisator als wichtige Zutaten für das Erfolgsrezept dieses Events an. Schließlich stelle das mittlerweile eine Seltenheit dar.

Einschätzungen, die Frank Bethke aus Neubrandenburg bestätigte. Er rollte mit einem besonders seltenen IFA F8 in der Peenestadt an: Ein als Lkw zugelassener Lieferwagen mit Kastenaufbau, Baujahr 1955, von dem es nur noch um die zehn Exemplare geben soll.

Erstmals wurde das neue Jarmener Bier „Des Bibers Helles“ öffentlich ausgeschenkt.Bild vergrößern

Erstmals wurde das neue Jarmener Bier „Des Bibers Helles“ öffentlich ausgeschenkt. (Foto: Stefan Hoeft)

„Ich will das unbedingt beibehalten“

„Es ist wirklich alles teurer geworden, aber ich will das unbedingt beibehalten, dass die Leute bei uns umsonst reinkommen“, kündigte Jürgen Mattutat an. Möglich sei dies nur durch die breite Unterstützung der Kommune und vor allem von Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft.

Nicht fehlen durfte die Trödelmarkt- und Teilemeile.Bild vergrößern

Nicht fehlen durfte die Trödelmarkt- und Teilemeile. (Foto: Stefan Hoeft)

Daher sei ihm selbst vor dem nächsten 1. Mai nicht bange, wenn aufgrund der Terminlage voraussichtlich mindestens drei Oldtimertreffen am Peene- und Tollensetal aufeinander fallen. Zumal er für seine dann 5. Auflage ein paar neue Extras einplant.

Die Feuerwehr kredenzte dieses Jahr sogar ein Wildschwein am Spieß.Bild vergrößern

Die Feuerwehr kredenzte dieses Jahr sogar ein Wildschwein am Spieß. (Foto: Stefan Hoeft)