Über 1,55 Meter mit Stechen führte der Weg zur Badenia von Mannheim 2026, dem Großen Preis des traditionsreichen Maimarktturniers, das dieses Jahr auch noch den 100. Geburtstag des gastgebenden Reiter-Vereins Mannheim feierte. 54 Paare versuchten sich an dem Parcours, über den Christa Jung sich schon seit Januar Gedanken gemacht hat. Was dabei herauskam, hat es den Reitern nicht eben einfach gemacht. Am Ende waren es nur zehn Paare, die fehlerfrei durch den schwierigen ersten Umlauf kamen.
Paare wie Maximilian Weishaupt und Omerta Incipit gaben nach Fehlern auf. Andere kamen mit diversen Fehlern ins Ziel wie etwa die sonst so erfolgreichen Michael Viehweg und Contario (9), Sophie Hinners auf Event de l’Heribus (8), Richard Vogel auf Phenyo van het Keysersbos (4) oder die Abu Dhabi-Sieger Luciana Diniz mit Vertigo du Desert (4).
Das Stechen
Im Stechen machten dann Jörne Sprehe und ihr ungestümer Hengst Toys v. Toulon den Anfang. Der zwölfjährige Hannoveraner, ein wahres Kraftpaket, fegte in fehlerfreien 40,35 Sekunden durch den verkürzten Parcours und ließen damit einfach aussehen, was schwierig war. Die weiteren acht Paare bissen sich jedenfalls die Zähne an dieser Messlatte aus, sowohl an der Zeit, erst recht aber an den Hindernissen.
Das einzige Paar, das ebenfalls null blieb, war eines, dass es gar nicht eilig hatte, denn es war schon eine kleine Sensation, dass sie es bis hierher geschafft hatten: Ronnie Healy, Südafrikas Nummer 1375 der Weltrangliste, ritt seinen eigenen 13-jährigen DSP-Wallach Cornet’s Mandarino als viertes Paar in entspannten 47,54 Sekunden fehlerfrei durchs Stechen und sprang damit auf Rang zwei.
Die schnellste Vier-Fehler-Runde gegen die Uhr gelang Belgiens Jos Verlooy auf dem elfjährigen Diamant de Semilly-Sohn Etundel de Marocy mit 43,42 Sekunden, Rama drei.
Dahinter folgten Katharina Rhomberg auf Colestus Cambridge und Martin Fuchs im Sattel von Love de Vie für Österreich und die Schweiz vor Felix Hassmann auf der Comme il faut-Tochter C’Est la vie sowie den Nationenpreis-Helden Gerrit Nieberg und IB Queen. Alle mit vier Fehlern.
Jörne Sprehe hatte schon im Gefühl, dass sie heute gute Karten hat. „Der Tag fing gut an, ich habe gedacht, heute wird es was“, erzählte sie später. Und zu ihrem Hengst sagte sie: „Er hat bewiesen, dass er alles kann.“ Wohl wahr.
Nationenpreis-Sieg für deutsche Para-Dressurreiter
Mannheim ist ihr Pflaster! Zum zehnten Mal holte eine deutsche Para-Dressurmannschaft den Sieg im Nationenpreis des Maimarkt-Turniers. Regine Mispelkamp auf Highlander Delight’s, Melanie Wienand auf Lemony’s Loverboy, Heidemarie Dresing auf Poesie und Martina Benzinger auf Imperia hängten die Teams aus Italien und Finnland ab.
Bundestrainerin Silke Fütterer-Sommer war happy. Denn Mannheim ist eines von fünf Sichtungsturnieren für die deutschen Para-Dressurreiter mit Blick auf die WM in Aachen – ein besonders wichtiges Sichtungsturnier, wie die Bundestrainerin sagt:
„Wenn wir sonst auf Para-Turniere fahren, sind das reine Para-Turniere, praktisch ohne Publikum. Aber auf Championaten werden wir dann auch mit Trubel konfrontiert, deswegen ist es für uns so wichtig, testen zu können, wie die Paare mit dieser Kulisse und den Zuschauern in Mannheim umgehen.“
Sie nehme aus Mannheim wichtige Erkenntnisse mit, die zur Findung des WM-Teams beitragen werden, erklärte sie gegenüber der FN.