Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben am Dienstag mindestens 17 Menschen getötet worden. In der Stadt Saporischschja kamen zwölf Menschen ums Leben, mindestens 20 Personen wurden verletzt, erklärte der Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, fünf Menschen seien bei russischen Luftangriffen auf Kramatorsk gestorben, mindestens fünf weitere seien verletzt worden. „Leider könnte die Zahl der Opfer noch steigen“, so Selenskyj. Ukrainische Beamte meldeten einem Reuters-Bericht zufolge zudem fünf Tote bei einem nächtlichen Angriff auf Gasförderanlagen in der Region Poltawa.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut der Nachrichtenagentur Interfax, es habe „ukrainische Einrichtungen des Verteidigungsindustriekomplexes“ und Energieanlagen angegriffen, die vom ukrainischen Militär genutzt würden.
Waffenruhe: Selenskyj spricht von „Zynismus“
Russland hatte zuvor eine Waffenruhe angekündigt, die am 8. und 9. Mai gelten soll. Am 9. Mai erinnert Russland an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Selenskyj kündigte daraufhin ebenfalls eine Waffenruhe an, die in der Nacht vom 5. bis 6. Mai um Mitternacht in Kraft treten solle.
Bundesaußenminister Johann Wadephul rief Russland in einem X-Beitrag dazu auf, den ukrainischen Vorschlag anzunehmen und die Waffenruhe noch in der Nacht zu beginnen.
Selenskyj erklärte auf X, es sei „der pure Zynismus“, einen Waffenstillstand rund um die Siegesparade abzuhalten, „während man bis dahin jeden Tag solche Raketen- und Drohnenangriffe durchführt“. „Russland könnte jederzeit die Angriffe einstellen, und dies würde den Krieg und unsere Reaktionen beenden“, so Selenskyj.
Bericht: Ukraine beschädigt russische Raffinerie Kirischi
Russland meldete seinerseits zwei Tote und 32 Verletzte nach einem Drohnenangriff in Tschuwaschien, wie der zuständige Gouverneur Oleg Nikolajew laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax mitteilte. Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU teilte zudem auf Telegram mit, die russische Ölraffinerie Kirischi angegriffen zu haben.
Die Raffinerie, laut Reuters die zweitgrößte Russlands, liegt etwa 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und wurde bereits mehrfach angegriffen. Zwei Branchenquellen erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur, dass Drohnenangriffe drei von vier Rohöldestillationsanlagen der Raffinerie beschädigt hätten und die Produktion zunächst eingestellt wurde. Die Quellen gaben an, es sei schwierig, einen Zeitrahmen für die Reparatur zu schätzen. (mit AFP)

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