Ein Autofahrer ist am Montagnachmittag in der Leipziger Fußgängerzone in eine Menschengruppe gefahren und hat dabei eine Frau und einen Mann getötet. Mindestens drei weitere Personen wurden laut Polizei und Staatsanwaltschaft schwer verletzt. Das Geschehen erinnert dabei an die Amokfahrt in Mannheim im März 2025, bei der ebenfalls zwei Menschen starben. Was bedeuten die Vorfälle für die Sicherheit in den Fußgängerzonen in Baden-Württemberg?

Sicherheit der Innenstadt beschäftigt Mannheim weiterhin

Mannheim arbeitet daran, Sicherheitslücken zu schließen. „Die Innenstadt wird natürlich durch unterschiedliche Zufahrtskonzepte bereits heute geschützt“, sagte Volker Proffen (CDU), Bürgermeister und Sicherheitsbeauftragter, der Stadt Mannheim dem SWR. „Wir haben ein Team eingesetzt, das sich intensiv damit auseinandersetzt, die unterschiedlichen Belange unter einen Hut zu bringen und dann eine bauliche Lösung zu finden.“ Die Situation sei nicht trivial, denn gebe es die Situation, dass Straßenbahnen ein- und ausfahren und die Straße weiter zugänglich bleiben müsse für Lieferverkehre sowie Polizei und Feuerwehr, so Proffen weiter. In den kommenden Monaten werde jedoch ein Konzept vorgestellt. Aber der CDU-Politiker stellte auch klar: „Eine hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben.“

Ein Polizist und eine Polizistin sind von hinten fotografiert, wie sie nach der Amokfahrt in Mannheim die Innenstadt absichern.

In Baden-Württemberg hat es 2025 einen ähnlichen Vorfall gegeben: Ein Mann war in der Mannheimer Innenstadt in eine Menschengruppe gefahren und tötete dadurch zwei Menschen. (Archivfoto)

Heidelberg investiert in Poller zur Sicherheit in Fußgängerzonen

Nicht nur Mannheim, auch andere Städte haben sich entsprechend gegen Amokfahrten oder Angriffe mit Autos geschützt. In Heidelberg sind laut einem Sprecher seit 2021 an drei Zugangspunkten zur Hauptstraße versenkbare Hochsicherheitspoller fest installiert. Diese dienten der Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern, aber seien auch für die Lenkung des Verkehrs im Kernbereich der Altstadt gedacht.

Die Einrichtungen sind dabei Teil einer Strategie. „Bei Großveranstaltungen gibt es Sicherheits- und Verkehrskonzepte, die zwischen Stadt, zuständigen Sicherheitsbehörden und Veranstaltern ausgearbeitet und regelmäßig geprüft und optimiert werden“, so die Stadt Heidelberg weiter. Seit 2025 verfüge die Stadt zudem über mehrere mobile Zufahrtssperren. Diese werden bei Großveranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt mit anderen Sperrelementen eingesetzt.

Stuttgart hat zweieinhalb Millionen Euro für Poller ausgegeben

Auch die Stadt Stuttgart habe „viel Geld in die Hand genommen“, wie Markus Reiners, der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Gemeinderatsfraktion, sagte. Zweieinhalb Millionen Euro seien für mobile und feste Poller in der Stadt installiert worden. Dabei sei es eine Kostenfrage, ob überall Poller installiert werden. „Mobile Poller sind günstiger und zum Zweiten sind sie dynamischer einsetzbar, bei verschiedenen Lagen“, so Reiners. „Das ist dann wesentlich flexibler.“