Eine illegale Party mit Zehntausenden Teilnehmern auf einem Militärgelände in Frankreich ist nach fünf Tagen zu Ende gegangen. Zu dem tagelangen Rave in der Nähe von Bourges waren nach Angaben aus dem Kreis der Veranstalter bis zu 40.000 Menschen angereist – etwa doppelt so viele, wie die Behörden zuvor erwartet hatten.

»Trotz ihres illegalen Charakters« kümmerten sich die Behörden um die
Sicherheit der Veranstaltung, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Demnach waren rund 600 Polizisten und 45 Feuerwehrleute im Einsatz. Seit Beginn der Party am vergangenen Freitag seien bei Zusammenstößen mit Besuchern sechs Polizisten verletzt worden. Die Polizeibeamten seien mit Böllern und Boulekugeln attackiert worden. Neun Teilnehmer der Veranstaltung wurden demnach festgenommen, Ordnungskräfte hätten 63 Waffen beschlagnahmt und 15 Drohnen flugunfähig gemacht.

Philippe Le Moing Surzur von der Regionalverwaltung hatte die Party als »extrem gefährlich« für die Teilnehmer bezeichnet. Der Veranstaltungsort wird demnach seit 150 Jahren militärisch genutzt. Laut Le Moing Surzur habe unter anderem Gefahr durch alte Artilleriegranaten bestanden. Mindestens einmal mussten Sprengstoffexperten nach Behördenangaben eingreifen, nachdem in der Nähe einer Straße eine Granate entdeckt worden war.

Protest gegen höhere Strafen für illegale Partys

Die Organisatoren der Party teilten mit, sich bewusst für das Gelände in der Nähe von Bourges, der Geburtsstadt des französischen Innenministers Laurent Nuñez, entschieden zu haben. Mit dem Event wollten sie geplante Verschärfungen des Vorgehens gegen illegale Raves anprangern. Nuñez sagte hingegen, die Forderungen der Veranstalter würden die »Entschlossenheit« der Regierung nur verstärken. Andere Bürger könnten »diese Art von wilden Veranstaltungen nicht nachvollziehen«, sagte er. Zudem drohte der Minister den Teilnehmern mit einem zweifachen Bußgeld: für die Teilnahme an einer illegalen Veranstaltung sowie für das Betreten des Militärgeländes. 

Bei den Regierungsplänen, gegen die mit der Party protestiert werden sollte, handelt es sich um eine geplante Erhöhung der Strafen für Teilnehmer und Veranstalter solcher Raves. So sollen die Veranstalter künftig mit bis zu sechs Monaten Haft bestraft werden können, während bisher lediglich ein Bußgeld droht.