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München – BMW startet mit einem Dämpfer ins Jahr. Der Autobauer verdiente im ersten Quartal nur noch 1,67 Milliarden Euro – rund 23 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Rückgang kommt nicht überraschend. Neue Zölle, vor allem aus den USA, belasten das Geschäft spürbar. Im Vorjahr spielten sie noch keine Rolle. Jetzt drücken sie auf Gewinne und Margen und werden BMW auch im weiteren Jahresverlauf begleiten.
Auch der Umsatz schwächelt. Die Erlöse gingen um 8,1 Prozent auf 31 Milliarden Euro zurück. Gleichzeitig verkaufte BMW weniger Autos: Weltweit setzte der Konzern 565.780 Fahrzeuge ab, ein Minus von 3,5 Prozent. Vor allem in China läuft es schlechter. Dort schwächelt der Markt – ein Problem, mit dem derzeit alle deutschen Hersteller kämpfen.
Europa gibt BMW Hoffnung
Besser sieht es in Europa aus. Hier läuft das Geschäft stabil, vor allem die Nachfrage zieht deutlich an. „Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt wie in den ersten drei Monaten des Jahres“, sagt BMW-Chef Oliver Zipse (62). Experten sehen hinter den schwachen Zahlen vor allem steigende Kosten und geopolitischen Druck. Beatrix Keim vom Center Automotive Research sagt zu BILD: „Ein Handelskrieg zwischen den USA und China würde BMW besonders treffen.“ Zugleich laufe das Geschäft operativ in vielen Märkten stabiler, als es der Gewinneinbruch vermuten lasse.

Oliver Zipse (62) vor dem Abschied: Mitte Mai gibt der BMW-Chef die Führung ab
Foto: Sven Hoppe/dpa
BMW unter Druck – aber stärker als VW und Mercedes
Trotzdem stellt sich der Konzern auf schwierigere Zeiten ein. Finanzchef Walter Mertl betont, dass BMW die Kosten stärker im Blick hat. Große Sparprogramme sind zwar nicht geplant, doch im Unternehmen werde an vielen Stellschrauben gedreht. Immerhin: Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz steht BMW noch solide da. Beim Nutzfahrzeugbauer Daimler Truck brach der Gewinn im ersten Quartal sogar um 80 Prozent ein. Die Münchner verdienten mehr als Mercedes mit 1,43 Milliarden Euro und Volkswagen mit 1,56 Milliarden Euro.
Für Konzernchef Zipse ist es das letzte Quartal an der Spitze. Mitte Mai übernimmt Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic (57). Er startet in einem schwierigen Umfeld, geprägt von schwachem China-Geschäft, geopolitischen Spannungen und neuen Handelsbarrieren.
Beatrix C. Keim ist Direktorin Business Development – CAR Automotive Research und fast 20 Jahre in der Autoindustrie tätig, u. a. bei internationalen OEMs in Europa und China. Seit 2022 beim CAR-Institut mit Fokus auf Marktstrategie und China.