Arbeitsbedingungen im Fokus
Zoll kontrolliert Paketzusteller – bundesweite Aktion
06.05.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 1 Min.
Köln: Zollbeamte gehen auf das Gelände eines Logistikunternehmens. (Quelle: dpa/dpa)
Tausende Zollbeamte sind bundesweit im Einsatz und durchleuchten Paketzusteller. Der Verdacht: Fahrer erhalten trotz ausgewiesenen Mindestlohns deutlich weniger Geld.
Das Hauptzollamt Köln hat am frühen Morgen eine bundesweite Schwerpunktkontrolle bei Paketdienstleistern gestartet. Nach Angaben eines Sprechers sind tausende Zollbeamte im Einsatz, um Verteilzentren großer Paketfirmen zu überprüfen – auch in Köln. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf den Arbeitsbedingungen der Fahrer.
Wie das Hauptzollamt Köln mitteilte, bestehe der Verdacht, dass Zusteller teilweise um ihren gesetzlichen Mindestlohn gebracht werden. Hintergrund sei, dass Arbeitszeiten wie Pausen, Wartezeiten oder Leerfahrten häufig nicht vollständig erfasst würden. Auf dem Papier werde der Mindestlohn von derzeit 13,90 Euro pro Stunde zwar ausgewiesen, tatsächlich könnten Beschäftigte aber deutlich weniger verdienen, wenn bestimmte Stunden unbezahlt blieben.
Die Kontrollen richten sich gezielt gegen Paketdienstleister und deren Subunternehmer. Zollbeamte wollten die Fahrer direkt vor Ort antreffen und befragen, erklärte der Sprecher des Hauptzollamts Köln, Jens Ahland.
Mit den heutigen Maßnahmen sei es allerdings nicht getan. Nach den ersten Kontrollen sollen laut Hauptzollamt Köln weitere Prüfungen folgen. Dabei werden unter anderem Geschäftsunterlagen sowie die Lohn- und Finanzbuchhaltung der Unternehmen genauer untersucht, um mögliche Verstöße gegen das Mindestlohngesetz aufzudecken.
