Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung hat einer Forsa-Umfrage zufolge einen Tiefstand erreicht. Dem RTL/n-tv-Trendbarometer zufolge sind nur noch 13 Prozent der Bundesbürger mit der Arbeit ​von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden, 85 Prozent sind demnach unzufrieden. Mit der Arbeit der Bundesregierung insgesamt sind der Umfrage zufolge nur elf Prozent zufrieden, 87 Prozent äußerten sich negativ.

Eine besonders kritische Zwischenbilanz ziehen demnach junge Menschen (18 bis 29 Jahre) ‌sowie ⁠Arbeiter und Selbständige mit jeweils ​95 Prozent Unzufriedenen. Auch von den Anhängerinnen und Anhängern der Union sind 56 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung unglücklich. Unter den SPD-Anhängern sind es sogar ​82 Prozent.

Laut Forsa zieht sich eine große Unzufriedenheit mit der Arbeit der schwarz-roten Koalition durch alle Politikfelder von der Wirtschaft über den Kampf gegen die Inflation bis hin zum Bereich Rente und Gesundheit. Jeweils 89 Prozent der Befragten zeigten sich demnach bei diesen Themen unzufrieden. Bei der Verbesserung der Infrastruktur sind ⁠es 83, bei der ​Bekämpfung illegaler Zuwanderung 60 Prozent Unzufriedene.

Nur 17 Prozent sehen Merz besser als Scholz

Nur eine Minderheit von elf Prozent meint demnach,
die ‌Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD würde das Land besser ​regieren als die
Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und FDP. Merz hält auch nur eine Minderheit
von 17 Prozent für einen besseren Bundeskanzler als seinen Vorgänger ​Olaf Scholz (SPD). Nur jeweils ein Zehntel der
Wahlberechtigten meint, dass es der Bundesregierung oder dem Bundeskanzler
gelingen könnte, im Laufe des Jahres wieder deutlich an Vertrauen zu
gewinnen.

Kanzleramtschef Thorsten Frei kann die Unzufriedenheit der Menschen im Land verstehen. © Felix Zahn/​imago images

»Wenn man sich die Bilanz anschaut, haben wir in ganz vielen Bereichen die Dinge vorwärtsgebracht«, sagte Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) im ARD-Morgenmagazin. »Aber Fakt ist eben auch, dass wir nach wie vor kaum ein Wirtschaftswachstum haben und dass es nicht nachhaltig und selbsttragend ist«, sagte er. »Deswegen verstehe ich, dass die Menschen unzufrieden sind. Das ist der Maßstab, an dem wir uns selbst messen lassen möchten.« Auch bei der zu Beginn versprochenen geräuschlosen Zusammenarbeit in der Koalition »sind wir leider noch nicht da, wo wir hinwollen«, sagte Frei.