Frankreichs Armee ist bei Waffen und Munition stark vom Ausland abhängig. Abgeordnete warnen vor möglichen Folgen.

Frankreich rüstet seine Streitkräfte seit Jahren mit international zugekaufter Technik aus. Ein neuer Bericht der Abgeordneten François Cormier-Bouligeon (Renaissance) und Aurélien Saintoul (LFI), aus dem „BFM Business“ zitiert, warnt vor daraus erwachsenden Abhängigkeiten. 

Vor allem bei hochkomplexen Systemen verlasse sich die französische Armee auf amerikanische Technik. Die Dampfkatapulte des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ etwa kommen vom US-Konzern General Atomics, ebenso die geplanten elektromagnetischen Katapulte für seinen Nachfolger „La France Libre“.  

ANZEIGEImporte statt eigener Produktion

Doch auch bei weniger spezialisierter Militärtechnik wie Munition und Handfeuerwaffen bevorzugt Frankreich laut dem Bericht Importe statt eigener Produktion. Symbolisch ist der Abstieg des Sturmgewehrs FAMAS, einst Aushängeschild der französischen Armee. Seit 2017 wurde es bei allen Teilstreitkräften durch das HK416 des deutschen Unternehmens Heckler & Koch ersetzt. 

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Besonders alarmierend ist die Lage laut „BFM Business“ bei der Munition. Frankreich ist aktuell auf Lieferanten aus Deutschland, Israel und den USA angewiesen. Im Fall diplomatischer Spannungen drohten Versorgungsengpässe. 

Sébastien Lecornu Frankreichs Ex-Verteidigungsminister und heutiger Premierminister Sébastien Lecornu Bastien Ohier / Hans Lucas / AFP via Getty Images Regierung versucht gegenzusteuern

Die Regierung versucht mittlerweile gegenzusteuern. Der ehemalige Verteidigungsminister Sébastien Lecornu setzte das Ziel, die nationale Munitionsproduktion neu aufzubauen. Im Rahmen des Militärhaushalts sind zusätzliche Milliarden vorgesehen. 

Das Fazit der Abgeordneten: Import sei „jahrelang billiger“ gewesen, doch in einem angespannten internationalen Umfeld habe Souveränität einen Preis – und fehlende Souveränität einen noch höheren. Frankreich verfüge noch über das Know-how, seine Industrie wieder aufzubauen, doch die Zeit dränge.