Die Ukraine hat Russland vorgeworfen, eine von Kiew einseitig ausgerufene Feuerpause schon in den ersten Stunden ignoriert zu haben. Das schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha am Mittwoch auf der Plattform X. Die Waffenruhe galt seit Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch.

Sybiha schrieb auf X, russische Angriffe seien die Nacht über weitergegangen, darunter Angriffe am Morgen auf Charkiw und Saporischschja. Moskau habe  erneut einen Aufruf zur Einstellung der Kampfhandlungen ignoriert. Putin gehe es nur um Militärparaden, nicht um Menschenleben, so der Minister laut der Agentur Interfax-Ukraine.

Zustimmung wird geprüft…

Angriffe auf vier Städte gemeldet

Bei einem Drohnenangriff auf ein ziviles Auto in der nördlichen Region Sumy wurde in der Nacht ein Insasse getötet, der Fahrer verletzt. Das berichtet Reuters. In Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, beschädigte ein Drohnenangriff sieben Privathäuser. Eine Frau erlitt nach Angaben des Bürgermeisters und des Gouverneurs einen akuten Schock, eine weitere Person benötigte ärztliche Hilfe.

In Saporischschja griffen russische Streitkräfte nach Angaben des Gouverneurs Iwan Fedorow eine Industrieanlage an. Auch die Stadt Krywyj Rih wurde am Morgen mit Drohnen angegriffen, hieß es. Dabei wurde Infrastruktur beschädigt, Verletzte gab es nach Angaben der örtlichen Militärverwaltung nicht.

Die ukrainische Luftwaffe meldete laut Reuters seit 18 Uhr Ortszeit am 5. Mai zwei ballistische Raketen, einen Marschflugkörper und 108 Drohnen, die auf das Land abgefeuert worden seien. Sybiha selbst sprach auf X von Angriffen mit 108 Drohnen und drei Raketen, die die Nacht über weitergegangen seien.

Russische Waffenruhe zur Parade als Hintergrund

Russland hatte zuvor eine eigene Feuerpause für den 8. und 9. Mai angekündigt. Sie fällt mit den Feiern zum sowjetischen Sieg über Nazideutschland und einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau zusammen. Die Ukraine schlug daraufhin eine ab Mitternacht zum 6. Mai geltende Waffenruhe ohne zeitliche Begrenzung vor und forderte Russland auf, sich der Waffenruhe anzuschließen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut Reuters, die Ukraine werde von diesem Zeitpunkt an „symmetrisch“ handeln.

Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass teilte das russische Verteidigungsministerium am Dienstag mit, die russischen Streitkräfte hätten binnen 24 Stunden mit Präzisionswaffen und Drohnen Rüstungsbetriebe sowie Energieanlagen in der Ukraine getroffen. Dies sei eine Vergeltung für ukrainische Angriffe auf zivile Einrichtungen auf russischem Gebiet. Alle Ziele seien getroffen worden.

In einer Tass-Presseschau vom selben Tag warnten russische Analysten, die Ukraine könne die von Moskau für den 8. und 9. Mai geplante Feuerpause mit Provokationen unterlaufen. Das russische Verteidigungsministerium habe demnach erklärt, bei Provokationen werde das Zentrum von Kiew zum Ziel.

Send feedback

Lesen Sie mehr zum Thema