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Als passionierter Frühaufsteher ist Ole Book (40) morgens häufig der Erste, der die Lichter in der Dortmunder Sport-Geschäftsstelle einschaltet. Für den neuen Sportdirektor ist Fleiß unverhandelbar – ihm bleibt auch wenig anderes übrig. Denn: Baustellen gibt es bei Borussia Dortmund genug. Seine Ideen und Pläne für eine erfolgreiche Zukunft klingen zumindest vielversprechend. SPORT BILD weiß, was er verändern möchte.
Die oberste Priorität der Verantwortlichen genießt die kommende Transfer-Periode im Sommer. Klar ist: Der BVB will mit aller Macht verhindern, gegen Ende des Fensters wieder mit englischen Vereinen um die Ablöse feilschen zu müssen – so wie es im vergangenen August etwa bei Carney Chukwuemeka (22) der Fall war, der vom FC Chelsea kam.
Geheim-Treffen mit Super-Juwel
Stattdessen soll nun deutlich früher Planungssicherheit herrschen, im besten Fall soll der Großteil der Zugänge – sofern sie nicht bei der Weltmeisterschaft spielen – bereits beim Trainingsauftakt auf dem Rasen stehen.
Dass die Dortmunder dieses Vorhaben ernst meinen, beweist folgender Vorgang: Nachdem Book-Vorgänger Sebastian Kehl (46) einer Verpflichtung von Hertha-Juwel Kennet Eichhorn (16) eher kritisch gegenüberstand, ist die Gemütslage bei Book eine ganz andere. Er ist riesiger Fan des Mittelfeldspielers – und will ihn von einem Wechsel zum BVB überzeugen.
Nach SPORT BILD-Informationen gab es deswegen sogar schon ein persönliches Treffen zwischen Book und dem Teenager Anfang April. Der Sportdirektor soll dem Top-Talent den Weg nach Dortmund dabei schmackhaft gemacht haben.
Doch auch RB Leipzig und Leverkusen buhlen vehement um Eichhorn, dem auch bei den Liga-Konkurrenten eine große Zukunft vorausgesagt wird. Der entscheidende Clou im Poker: Der Berliner, in dieser Saison wegen einer Sprunggelenksverletzung längere Zeit außer Gefecht gesetzt, besitzt nach Saisonende eine Ausstiegsklausel, die bei rund zwölf Millionen Euro liegt. Für alle drei interessierten Klubs eine Summe, die zu stemmen ist.
Book hat schon damit einen Fehler umschifft, der Vorgänger Kehl von den Vorgesetzten hinter vorgehaltener Hand massiv zur Last gelegt wurde: dass der Klub die Spieler, bevor sie verpflichtet werden, zuvor persönlich treffen müsse. Dies war vor rund einem Jahr etwa nicht der Fall, als der Tabellenzweite Fábio Silva (23) von Wolverhampton kaufte (22,5 Mio. Euro Ablöse). Der portugiesische Stürmer traf die Verantwortlichen erst im Zuge seiner Vertragsunterschrift erstmals persönlich.
BVB holt neuen Manager
Ein weiterer Aspekt, den Book und Co. unbedingt verbessern möchten: den Umgang mit Leihspielern. Derzeit sind zwei Talente verliehen: Kjell Wätjen (20) an den VfL Bochum und Cole Campbell (20) an Hoffenheim. Doch bei beiden läuft die Leihe nicht wie erhofft, die Entwicklung stagniert. Da zur kommenden Spielzeit nach Samuele Inácio (18) und Mathis Albert (16) weitere Nachwuchsspieler den Sprung in den Profibereich schaffen sollen, werden Leihmodelle auch künftig eine elementare Rolle spielen.
Dafür hat der BVB nach SPORT BILD-Informationen einen neuen Manager eingestellt: Sebastian Hille (45), ehemals Profi in Bochum und Spieler der zweiten Mannschaft der Borussia. Die Stelle des Leih-Chefs hatte der Revier-Klub öffentlich ausgeschrieben, mehr als 300 Bewerbungen gingen ein. Bereits Sebastian Kehl sowie Paul Schaffran (39), Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, hatten Hille in die engere Auswahl genommen. Book und Schaffran haben sich nun final für ihn entschieden. Die Förderung von Talenten soll mit ihm ab sofort stärker angekurbelt werden.
Bleibt die Frage, wie der BVB künftig auftreten wird. Auch in dieser Angelegenheit hat Book klare Vorstellungen, die er bereits mit Cheftrainer Niko Kovac (54) und Sport-Geschäftsführer Lars Ricken (49) intensiv besprach: Die Spielweise soll offensiver und attraktiver werden. Dafür ist es durchaus vorstellbar, dass sich der Champions-League-Teilnehmer in der kommenden Saison von der defensiven Fünferkette trennt – und zumindest phasenweise mit einer Viererkette agieren wird. Auch vor diesem Hintergrund wollen die Bosse passende Spieler finden. Und dafür muss man früh aufstehen.