Anwohner-Protest in Stuttgart-Ost: Online-Petition für Tempo 30 in Gablenberg gestartet In der Gablenberger Hauptstraße geht es oft eng zu. Die Bürgerinitiative fordert daher Tempo 30. Foto: Sebastian Steegmüller

Eine Bürgerinitiative fordert eine Verkehrsberuhigung in der Gablenberger Hauptstraße und wendet sich damit an OB Nopper. 350 Menschen haben bereits unterschrieben.

Die Bürgerinitiative Verkehrsberuhigung Gablenberg macht mobil: Nachdem sie 1000 Briefe an Anwohner verteilt hat, setzt sie nun zusätzlich auf eine Online-Petition. Ihr Ziel: Tempo 30 im gesamten Stadtteil, um die Lebensqualität im Quartier zu verbessern und die Verkehrssicherheit zu erhöhen – und zwar sofort.

Ihr Hauptaugenmerk liegt auf der Gablenberger Hauptstraße, der Neuen Straße und der Albert-Schäffle-Straße – dort gilt derzeit Tempo 40. Obwohl auf der Achse durch den Stuttgarter Osten nach Polizeiangaben keine Unfallschwerpunkte liegen, die Bilanz unauffällig ist und die Beamten hauptsächlich Parkrempler und abgefahrene Spiegel registrieren, fühlen sich Anwohner dort unsicher, insbesondere zwischen dem Schmalzmarkt und der Wagenburgstraße.

Die Petition läuft seit Ende April

Ihre Forderung: „Die Höchstgeschwindigkeit auf unseren ehemaligen Dorfstraßen soll umgehend auf Tempo 30 gesenkt werden“, sagt Björn Klein, der die Petition ins Leben gerufen hat. Sie wurde am 26. April gestartet und läuft noch rund fünf Monate. Bis Dienstagabend haben etwa 350 Menschen unterschrieben. „Unser Anliegen ist bewusst überparteilich. Es geht nicht um Ideologie, sondern um konkrete Verbesserungen für alle Menschen, die hier leben, arbeiten oder unterwegs sind“, so Klein im Namen der Bürgerinitiative.

Seit Oktober 2024 erleichtert eine Novelle der Straßenverkehrsordnung Tempo 30 an schützenswerten Orten. Klein ist überzeugt: In der Gablenberger Hauptstraße könne die Stadt die Maßnahme ohne weitere Prüfung umsetzen. „Unsere Petition richtet sich daher an OB Frank Nopper und Ordnungsbürgermeister Clemens Maier, die die Entscheidung in der Hand haben.“

Schützenswerte Einrichtungen in Gablenberg

Das Stadtoberhaupt hatte Anfang Februar im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik betont, dass es „gut und richtig“ ist, Tempo 30 vor Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätzen, Pflegeeinrichtungen und Fußgängerüberwegen anzuordnen. Zugleich sprach sich Nopper aber gegen eine flächendeckende Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit aus. Maier merkte damals an, dass die Verkehrsberuhigung keinesfalls pauschal eingeführt wird. „Vielmehr werde jeder Einzelfall streckenbezogen geprüft.“ Zur Gablenberger Hauptstraße äußerten sich beide nicht. Für Tempo 30 spricht, dass sich dort unter anderem eine Krankenwohnung der Diakoniestation Stuttgart, eine Grund- und Hauptschule sowie eine evangelische Kindertagesstätte befinden.

Die Initiative begründet ihre Forderung auch mit gestoppten Planungen zur Umgestaltung des Schmalzmarkts. Die Stadt hatte das Projekt aus Kostengründen eingestellt – der Platz sei baulich in akzeptablem Zustand, die Neugestaltung überwiegend gestalterisch motiviert. Tempo 30 sei nun ein schnell umsetzbarer Zwischenschritt, der vor allem Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen schütze. Langfristig wolle man auch den Schwerlastverkehr, der täglich durch Gablenberg rollt, mithilfe eines Durchfahrtsverbots reduzieren.

Weitere Informationen und die Petition sind unter www.gblbrg.de zu finden.