Warum so kostspielig?
Teures Vorhaben: Hier kostet ein Meter Radweg fast 8.000 Euro
06.05.2026 – 14:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Parkallee in Bremen (Archivfoto): Der Abschnitt ist bereits fertig und Teil des Projekts Radpremiumroute. (Quelle: imago)
Bremen baut weiter an seinen Radpremiumrouten – und investiert dafür Millionen. Ein Abschnitt wird besonders teuer. Und das hat seine Gründe.
Für gerade einmal 1,6 Kilometer Straße will Bremen rund 12,4 Millionen Euro ausgeben. Am Steffensweg in Walle entsteht derzeit eine sogenannte Radpremiumroute – samt neuer Radwege, barrierefreier Haltestellen und Klimaanpassungen. Rein rechnerisch kostet der Umbau damit rund 7.750 Euro pro Meter.
Das Projekt gehört zu den teuersten Radverkehrsvorhaben der Stadt. Doch nach Angaben des Amts für Straßen und Verkehr (ASV) geht es nicht nur um Fahrradspuren.
Geplant ist ein umfassender Umbau zwischen Bremerhavener Straße und Hansestraße. Die Straße soll neue und breitere Radverkehrsanlagen bekommen, dazu zusätzliche Querungen für Fußgänger, barrierefreie Bushaltestellen, neue Bäume sowie Maßnahmen gegen Starkregen. Außerdem müsse die Infrastruktur aus den 1950er Jahren grundlegend modernisiert werden, so das ASV.
Die Straße gilt als besonders kompliziertes Projekt. Der Steffensweg ist dicht bebaut, stark befahren und wird auch vom Busverkehr genutzt. Gleichzeitig ist der Platz begrenzt. Nach Angaben der Stadt sollen dennoch keine Fahrspuren wegfallen, der Großteil der Parkplätze soll erhalten bleiben.
Die Arbeiten laufen bereits: Seit August 2024 wird am Steffensweg zunächst die Kanalisation saniert. Der eigentliche Straßenumbau für die Premiumroute startete nach Angaben der Stadt im März 2025. Der erste Bauabschnitt zwischen Bremerhavener Straße und Stephanstraße soll bis Sommer 2026 fertig werden. Weitere Abschnitte sollen folgen.
Die Strecke wird Teil der sogenannten Premiumroute D.15. Dahinter steckt ein zentrales Verkehrsprojekt Bremens: ein Netz schneller und möglichst durchgängiger Fahrradverbindungen quer durch die Stadt. Die Route soll langfristig von Bremen-Nord über Walle und die Innenstadt bis nach Hemelingen und Achim führen.
Mit den Premiumrouten will Bremen mehr Menschen aufs Fahrrad bringen und Pendelstrecken attraktiver machen. Kritiker bemängeln allerdings seit Jahren die hohen Kosten und die langsame Umsetzung der Projekte.
