Ein europäischer Wolf steht in einem Waldstück.

Stand: 06.05.2026 15:39 Uhr

In Füchtenfeld in der Grafschaft Bentheim wurden in zwei Nächten hintereinander zahlreiche Schafe gerissen. Das ist der größte von der Landesjägerschaft dokumentierte Fall von Wolfsrissen in Niedersachsen.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer sind bei beiden Angriffen in der vergangenen Woche in Füchtenfeld (Landkreis Grafschaft Bentheim) mindestens 57 Schafe gestorben und mehr als 100 verletzt worden. Die Rissbegutachtung läuft allerdings noch. Es sei deshalb wahrscheinlich, dass sich diese Zahl noch ändert, so ein Sprecher der Landwirtschaftskammer. Wie die „Grafschafter Nachrichten“ berichten, fanden die Besitzer Michael und Andrea Dircks die ersten toten Tiere am Freitag im Dalum-Wietmarscher-Moor. Am Tag darauf bereits die nächsten.

Kein vergleichbarer Fall bekannt

Wolfsangriffe mit mehr als 20 gerissenen oder verletzten Tieren seien relativ selten, sagt ein Sprecher der Landwirtschaftskammer dem NDR Niedersachsen. Bei Schafen liegen die Zahlen oft zwischen ein bis sechs Tieren. Das bestätigt auch ein Blick in das Wolfsmonitoring der niedersächsischen Jägerschaft. Dort sind für die Grafschaft nur vereinzelt Angriffe mit deutlich weniger betroffenen Tieren verzeichnet. Ähnlich gravierend wie in Füchtenfeld war zuletzt ein Vorfall in Oldendorf im Landkreis Rotenburg (Wümme). Dort wurden im Februar 54 tote Schafe gefunden, bei denen Wolfsrisse bestätigt sind.

Die größten Wolfsangriffe in Niedersachsen

Ort
Landkreis
Getötete Schafe
Verletzte Schafe
Datum
Estorf

Stade

55

30

26.08.2023

Oldendorf

Rotenburg Wümme

54

14

24.02.2026

Löningen

Cloppenburg

51

0

26.05.2020

Löningen

Cloppenburg

45

0

08.12.2019

Löningen

Cloppenburg

43

0

03.02.2020

Löningen

Cloppenburg

41

0

09.02.2020

Löningen

Cloppenburg

41

0

23.04.2020

Westoverledingen

Leer

40

0

22.03.2020

Thülsfeld

Cloppenburg

39

8

22.01.2026

Löningen

Cloppenburg

37

0

10.02.2020

Quelle: Landesjägerschaft Niedersachsen, Wolfsmonitoring seit 2008

Viele Details noch unklar

Unklar ist noch, wie viele Wölfe beteiligt waren und wie sie auf die eingezäunte Fläche gelangen konnten. Rissbegutachter untersuchen den Fall jetzt noch weiter. Dann klären sich vielleicht auch Fragen dazu, wie gut die etwa 400 Tiere gesichert waren oder wieso der oder die Wölfe so viele Tiere töten konnten. Die Landwirtschaftskammer bereitet nun die Unterlagen für eine mögliche Entschädigung vor.

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Ein europäischer Wolf (Canis lupus) steht in einem Wald, er ist von der Kamera weg gedreht, schaut aber zurück.

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