Eine Person, die auf dem Kreuzfahrtschiff
Hondius Kontakt zu einem Hantavirus-Fall hatte, soll in Düsseldorf
untersucht werden. »Die Feuerwehr Düsseldorf und das
Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) übernehmen heute gemeinsam den
Transport und die vorsorgliche medizinische Abklärung«, teilte das
Klinikum mit. Man gehe davon aus, dass die betreffende Person nicht
infiziert sei.

»Die Aufnahme erfolgt
rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung«, sagte das Klinikum. Der
oder die Betroffene komme aus Deutschland, genauere Angaben gab es nicht. Auf der
Infektionsstation seien eine klinische Ersteinschätzung sowie eine
infektiologische Untersuchungen geplant. Die Person werde von spezialisierten
Einsatzkräften der Feuerwehr von einem Flughafen in den Niederlanden
nach Düsseldorf transportiert. Nach Medienberichten wird sie am Abend am
Flughafen Schiphol erwartet.

Alle Passagiere, die sich noch an Bord des vom Hantavirus-Ausbruch
betroffenen Kreuzfahrtschiffes befinden, sind laut der spanischen
Regierung symptomfrei. Das teilte die
spanische Gesundheitsministerin Mónica García mit. Nicht spanische
Staatsbürgerinnen und Staatsbürger würden nach der
Ankunft
des Schiffes auf Teneriffa in ihre Heimatländer zurückgeführt.

Spanier werden für Quarantäne nach Madrid gebracht

Diese nicht spanischen Passagiere müssten sich in Spanien nicht in Quarantäne
begeben, sagte die Ministerin auf einer Pressekonferenz. Die
Entscheidung darüber liege bei ihren Heimatländern. García fügte hinzu,
dass die 14 betroffenen Spanierinnen und Spanier per Flugzeug in ein
Krankenhaus in Madrid gebracht würden, um dort in Quarantäne zu gehen.

Die Regionalregierung der Kanarischen Inseln kritisierte den Plan, ein Kreuzfahrtschiff mit mehreren mit dem Hantavirus infizierten Menschen anlegen zu lassen. Der Präsident der Inselgruppe, Fernando Clavijo, wies ein entsprechendes Vorhaben der spanischen Zentralregierung in Madrid zurück. »Ich kann nicht zulassen, dass das Schiff auf den Kanarischen Inseln einläuft«, sagte Clavijo dem Radiosender Onda Cero. »Diese Entscheidung beruht nicht auf technischen Kriterien, zudem haben wir nicht genügend Informationen erhalten«, fügte er hinzu.

© Lea Dohle

Newsletter
Was jetzt? – Der tägliche Morgenüberblick

Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.

Das Luxuskreuzfahrtschiff mit rund 150 Menschen an Bord liegt seit
Sonntag vor Kap Verde im Atlantik, nachdem zuvor das Virus an Bord
festgestellt worden war. Drei Menschen, darunter eine Deutsche, starben
bisher an den Folgen einer Infektion.

Drei Personen wurden evakuiert

Zuvor hatte das spanische Gesundheitsministerium mitgeteilt, das Kreuzfahrtschiff Hondius dürfe die Kanaren anlaufen. Auf Teneriffa würden medizinische Teams alle Passagiere und Besatzungsmitglieder behandeln und sie anschließend in ihre jeweiligen Heimatländer überführen, hieß es. Dieses Vorgehen sei mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Europäischen Union abgestimmt worden. Das Ministerium sprach von einer »moralischen und rechtlichen Verpflichtung«, den Menschen an Bord zu helfen. Das Schiff wurde binnen drei bis vier Tagen auf den Kanaren erwartet.

Wie die WHO mitteilte, wurden zwei erkrankte Besatzungsmitglieder und
eine weitere Kontaktperson von dem Schiff geholt. Zwei Evakuierungsflüge
mit Hantavirus-Patienten haben Kap Verde
verlassen und sind auf dem Weg in die Niederlande, wo sie medizinisch
behandelt werden sollen, teilte ein Sprecher
des niederländischen Außenministeriums mit. Der Gesundheitszustand der
drei Betroffenen sei stabil, einer von ihnen habe bislang keine
Symptome. Aus
dem niederländischen Außenministerium hieß es, bei den Evakuierten
handele sich um einen Briten (56), einen Niederländer (41) und eine
Deutsche (65). Die 65-Jährige sei die Person, die in einer Klinik in
Düsseldorf untersucht werden solle, hieß es.

Die
WHO arbeite mit den Schiffsbetreibern daran, die Gesundheit von
Passagieren und Besatzung engmaschig zu überwachen und gegebenenfalls
Evakuierungen zu veranlassen. »In dieser Phase bleibt das gesamte
öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig«, so der WHO-Chef.

Labor bestätigt Übertragung von Mensch zu Mensch

Labortests in Südafrika bestätigten inzwischen, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Bei einem nach Südafrika ausgeflogenen Passagier sei vorläufigen Testergebnissen zufolge der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Stamm des Hantavirus nachgewiesen worden, teilte Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi mit. Die WHO bestätigte das Andes-Hantavirus.

Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen meist schwere Atemwegserkrankungen aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in seltenen Fällen auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Dies ist zum Beispiel bei dem in Südamerika verbreiteten Andes-Virusstamm der Fall. Die Hondius hatte ihre Reise in Argentinien begonnen.

Wie der niederländische Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions mitteilte, war ein Passagier aus den Niederlanden bereits am 11. April an Bord gestorben. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, von wo aus sie nach Johannesburg flog. Dort starb sie am 26. April in einem Krankenhaus. Ein britischer Passagier, der derzeit auf einer Intensivstation in Johannesburg behandelt wird, sowie ein in die Schweiz zurückgekehrter Passagier wurden ebenfalls positiv auf das Virus getestet.