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Die Füchse Berlin stehen zum zweiten Mal in Folge und insgesamt zum dritten Mal im Final4 der Champions League. Nach dem bitteren 34:35 im Hinspiel dreht das Team von Trainer Nicolaj Krickau (39) im Rückspiel gegen Veszprém auf und gewinnt den Viertelfinal-Krimi im Siebenmeterwerfen mit 35:33 (17:15).

8796 Fans verwandeln die Max-Schmeling-Halle in einen Hexenkessel – doch die Helden um Superstar Mathias Gidsel (27) können den Triumph kaum genießen. Denn der nächste Brocken wartet schon! Am Sonntag geht’s direkt weiter: Bundesliga-Kracher beim kriselnden Rekordmeister Kiel (15 Uhr live bei Welt TV und Dyn).

Ins Spiel starten die Füchse mit ihrem unglaublichen Tempo-Handball, zeigen gleich ab der ersten Minute an, wer gerade den besten Angriff der Welt hat. Veszprém kommt mit der Passgeschwindigkeit überhaupt nicht klar. Schon nach zehn Minuten führen die Berliner mit fünf Toren (8:3). Dazu hält Torhüter Dejan Milosavljev (30) überragend – insgesamt 8 Paraden in den ersten 30 Minuten. Veszprém nur mit 44‑Prozent-Wurfquote in dieser Phase.

Foto: BILD

Reicht es dieses Mal zum Sieg? Schon in Ungarn führten die Berliner mit fünf Toren (25:20/40.) und verloren vor einer Woche doch noch das Spiel. Die Schwäche-Phase der Berliner kommt dieses Mal schon früher. Knackpunkt: ein völlig unnötiger Fehlwurf von Lasse Andersson. Der Däne wirft den Ball völlig frei am leeren (!) Tor vorbei, es hätte das 18:11 (26.) sein müssen. Stattdessen geht plötzlich gar nichts mehr bei den Füchsen. Bis zur Pause ist Veszprém wieder auf 17:15 dran. Füchse-Boss Bob Hanning (58) ist auf der Tribüne stinksauer über so viel Nachlässigkeit.

Bitter für die Füchse: Andersson (angeschlagen mit Erkältung) wird auch noch ein Tor mit dem Halbzeit-Buzzer aberkannt. Dabei zeigen die TV-Bilder, dass der Ball vor dem Abpfiff im Netz ist. Doch den Videobeweis nutzen die Schiri-Brüder Amar und Dino Konjičanin (Bosnien-Herzegowina) hier nicht. Bitter für Veszprem: Spielmacher Luka Cindric knickt mit dem linken Fuß um (29.), kann nicht weiterspielen. Die Füchse stehen nur noch halb auf dem Gaspedal, dazu werden klare Chancen vergeben.

So steht es nach 32. Minuten 17:17. Die Füchse machen das Spiel wieder auf, verwerfen ihre dicken Chancen, darunter gleich drei Siebenmeter. Veszprém reicht ein Unentschieden. Der Druck jetzt wieder bei Berlin, das Spiel ein Krimi und ab der 45. Minute eine Abwehrschlacht. Und jetzt dreht vorn (wer sonst?) Welthandballer Mathias Gidsel (27) auf – 6 Tore in den letzten 20 Minuten (insgesamt 10). Mit Tor Nummer 9 im Spiel stellt er den nächsten Rekord auf – wirft mit diesem Tor Champions-League-Rekord (142). Tobias Gröndahl versenkt endlich einen Siebenmeter – 31:29 (59.). Doch Ahmed Hesham macht das 31:30. Noch 22 Sekunden zittern, ausgerechnet Gidsel rutscht weg, vertippt den Ball.

Es geht ins Siebenmeterwerfen: Descat trifft nur die Latte, Lichtlein trifft gegen Corrales, Elisson trifft gegen Milosavljev, Freihöfer trifft gegen Appelgren, Remili verwirft, aber Hakun West av Teigum auch, Hesham und Tobias Gröndahl treffen, Ali Zein macht ihn rein – aber Mathias Gidsel macht ihn auch – die Füchse sind im Final4!