Stand: 06.05.2026 20:47 Uhr

Stundenlang haben rund 250 Polizisten mehrere Gebäude in Schleswig-Holstein durchsucht, einige wurden beschlagnahmt. Im Fokus stand der Verdacht der Geldwäsche im Bereich der Organisierten Kriminalität.

Am Mittwoch gab es im Rotlichtviertel in der Straße Wall in Kiel einen größeren Einsatz der Polizei. Nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) durchsuchten die Ermittlerinnen und Ermittler daneben auch Gebäude in Flensburg und Harrislee im Kreis Schleswig-Flensburg – insgesamt geht es um 14 Objekte. Die Durchsuchungsbeschlüsse hatte das Amtsgericht Flensburg auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft erlassen.

Mehrere Immobilien beschlagnahmt

Rund 250 Polizeibeamtinnen und -beamte des LKA, der Bezirkskriminalinspektion Kiel, der Polizeidirektion Kiel, Spezialeinheiten sowie der Einsatzhundertschaften waren im Einsatz. Außerdem wurden Vermögenswerte – Immobilien in Kiel und Flensburg – im Wert von insgesamt rund 2,6 Millionen Euro beschlagnahmt. Hinzu kommen rund 540.000 Euro etwa von Bankkonten. Laut LKA wurden bei den Durchsuchungen auch mehrere Schusswaffen sichergestellt, darunter auch eine scharfe Waffe.

Ermittlungen gegen acht Tatverdächtige

Laut Oberstaatsanwalt Dr. Marcus Marlie wird in dem Fall gegen acht Tatverdächtige ermittelt. Ein Großtei von ihnen wurde bei den Razzien angetroffen, Festnahme habe es aber keine gegeben. Der Einsatz ist laut Landeskriminalamt am Nachmittag beendet worden.

Geld aus Straftaten verschleiert – über Strohleute und Immobilien

Mehrere Einsatzfahrzeuge bei einer Razzia in Kiel am Eros Center.

Am Mittwoch haben Beamte Durchsuchungsbeschlüsse in Schleswig-Holstein vollstreckt – unter anderem im Kieler Rotlichtmilieu in der Flämischen Straße und in der Straße Wall.

Hintergrund der Durchsuchungen sind Ermittlungen gegen Personen aus dem Umfeld der organisierten Kriminalität. Es geht um den Verdacht, dass Geld, das unter anderem aus illegalem Glücksspiel stammt, über Strohmänner in Immobilien in Kiel und Flensburg investiert wurde, um die Herkunft zu verschleiern. Daran sollen auch Mitglieder aus dem Umfeld einer Rockergruppe beteiligt sein. Die Ermittler wollen Beweismittel sicherstellen, damit sie Geldflüsse und Strukturen besser aufklären können.

Den aktuellen Ermittlungen liegen unter anderem Erkenntnisse aus Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels zugrunde. Bereits im Dezember 2023 sowie im Dezember 2024 waren in diesem Zusammenhang Durchsuchungen in Kiel-Gaarden durchgeführt worden.

Innenministerin Finke: „Dort eingreifen, wo es weh tut: beim Geld“

Innenministerin Magdalena Finke (CDU) spricht im Zuge der Razzien von einem „großen Erfolg“ der sogenannten Null-Toleranz-Strategie gegenüber Rockergruppierungen: „Wir müssen dort eingreifen, wo es solchen Gruppierungen besonders weh tut, nämlich beim Geld“, so die Ministerin. Man habe nun gezeigt: „Wer kriminelle Geschäfte macht, kann sich seiner Gewinne nicht sicher sein.“

Und Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) bekräftigte: „Wer versucht, illegale Gewinne zu verschleiern und in den legalen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen, muss wissen, dass der Staat konsequent zugreift.“ Weiter betonte die CDU-Politikerin die enge und gute Zusammenarbeit von Justiz und Polizei im Rahmen der im November 2024 gegründeten Task Force Geldwäschebekämpfung.

Eine Gruppe Spielautomaten

Bei den mehr als 50 Automaten handelt es sich um illegale Geräte, die bei vorherigen Ermittlungen beschlagnahmt wurden.

Mehrere Polizisten bei einem Einsatz gegen die Betäubungsmittelkriminalität.

Bei den Durchsuchungen wurden Beweismittel wie Mobiltelefone und Bargeld sichergestellt. Drei Männer kamen ins Gefängnis.