Wanderausflug im Frühling

Genießen und staunen auf dem Rotweinwanderweg

Aktualisiert am 06.05.2026 – 22:13 UhrLesedauer: 3 Min.

Wanderung am Rotweinwanderweg (Archivbild): Auf der Strecke gibt es immer wieder Rotwein zu verkosten.Vergrößern des Bildes

Wanderung am Rotweinwanderweg (Archivbild): Auf der Strecke gibt es immer wieder Rotwein zu verkosten. (Quelle: Jochen Tack)

Entlang der Ahr erstreckt sich der Rotweinwanderweg. Auf mehr als 36 Kilometern bietet die Strecke eine gelungene Mischung aus Bewegung und Genuss.

Frisches Grün, erste Blüten und weite Ausblicke über die Hügellandschaft: In der Osterzeit zeigt sich der Rotweinwanderweg von seiner schönsten Seite. Von Köln aus ist der Startpunkt in Bad Bodendorf in weniger als einer Stunde erreichbar – ideal für einen Tagesausflug im Frühling.

Vom 25. April bis zum 25. Mai 2026 wird ein rund 15 Kilometer langer Abschnitt im Ahrtal zur Genussmeile: Entlang der Strecke sowie in den Weinorten Dernau, Rech, Mayschoß und Altenahr laden zahlreiche Stände und geöffnete Betriebe zum Verweilen ein. An Wochenenden und Feiertagen bieten Weingüter und Gastronomie regionale Spezialitäten und Weine an.

Der Rotweinwanderweg wurde 2022 beim Wettbewerb „Der schönste Wanderweg Deutschlands“ mit Platz drei in der Kategorie „Tagestouren“ ausgezeichnet. Weil die gesamte Strecke bis Altenahr vielen zu lang ist, ist sie in drei Etappen unterteilt. Für eine Tageswanderung bieten sich besonders die erste Etappe über 8,9 Kilometer bis Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie die rund zehn Kilometer lange dritte Etappe von Dernau nach Altenahr an.

Der Startort Bad Bodendorf mit seinen rund 4.000 Einwohnern ist schon für sich einen Ausflug wert. Im Ortskern stehen sehenswerte Fachwerkhäuser, teils mit Weinreben geschmückt. Zudem markiert Bad Bodendorf, ein Ortsteil der Stadt Sinzig, den Beginn des größten Rotwein-Anbaugebiets in Deutschland.

Die Etappe nach Bad Neuenahr führt Wanderer an der berühmten Apollinaris-Quelle vorbei. Entdeckt wurde sie im Jahr 1852, als Winzer bei Probebohrungen nach dem Grund für das schlechte Wachstum ihrer Rebstöcke suchten. Das Ergebnis: Eine hohe Konzentration von Gasen und Mineralien im Boden machte die Gegend für den Weinanbau ungeeignet. Für die Stadt erwies sich der Fund jedoch als Glücksfall – denn mit dem Verkauf des Mineralwassers floss fortan Geld in die Kassen. Heute ist Apollinaris Teil des Coca-Cola-Konzerns und wird weltweit vertrieben.

Bad Neuenahr-Ahrweiler ist für Wanderer ein weiteres lohnendes Ziel. Die Stadt mit dem Doppelnamen besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Teilen: Ahrweiler ist mehr als 1.000 Jahre alt, besitzt eine vollständig erhaltene Stadtmauer und ein Zentrum mit Fachwerkhäusern. Bad Neuenahr ist deutlich jünger, gilt als Heilbad und prägt Gründerzeit-Architektur das Bild. Bei der Flut 2021 wurde die Stadt schwer zerstört – vieles wurde inzwischen aber wieder aufgebaut und saniert.